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Deutschland versucht in letzter Minute Nitratsstrafe abzuwenden

Iede de VriesIede de Vries

Deutschland hat letzte Woche, in allerletzter Minute, bei der EuropÀischen Kommission eine neue Nitrateverordnung eingereicht. Am Freitag lief die Frist ab, um etwas gegen die Nitratverschmutzung des deutschen Grundwassers zu unternehmen.

EuropĂ€ische Richter haben Berlin zu Strafen von 850.000 Euro pro Tag verurteilt, solange es die Nitratnormen nicht erfĂŒllt. BrĂŒssel darf ab Montag mit dem Einzug dieser Geldbußen beginnen.

EuropĂ€ische Untersuchungen hatten bereits 2019 gezeigt, in welchen Gebieten und LĂ€ndern das OberflĂ€chenwasser zu stark verschmutzt ist. Dies wird vor allem auf die Ausbringung von GĂŒlle und den Einsatz von KunstdĂŒngern in der Landwirtschaft zurĂŒckgefĂŒhrt.

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„Das Tempo der VerĂ€nderung ist unzureichend, um SchĂ€den fĂŒr die menschliche Gesundheit zu vermeiden und empfindliche Ökosysteme zu erhalten. Im Einklang mit dem EuropĂ€ischen Green Deal ist jetzt dringend ein entschlosseneres Handeln erforderlich, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu verwirklichen und unsere wertvolle Wasserversorgung zu schĂŒtzen“, sagte Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius kĂŒrzlich.

Die EuropĂ€ische Kommission ist der Ansicht, dass einige Mitgliedstaaten zusĂ€tzliche Maßnahmen ergreifen mĂŒssen, um die Nitratrichtlinie einzuhalten. Deutschland und Niederlande gehören zu dieser Gruppe, ebenso wie Belgien, Luxemburg, Spanien und Tschechien. Auch die Niederlande verhandeln noch mit der EuropĂ€ischen Kommission ĂŒber die Reduzierung der Nitratbelastung in niederlĂ€ndischen GewĂ€ssern. Bis zu einem Abschluss dieser GesprĂ€che erhielten diese LĂ€nder in den letzten zwei Jahren Aufschub. 

In Deutschland dreht sich die Hauptfrage um die Gebiete, die zu den am stĂ€rksten nitratbelasteten Regionen („rote Gebiete“) zĂ€hlen. Derzeit sind landesweit etwa 2 Millionen Hektar als rotes Gebiet ausgewiesen, vor allem im SĂŒdwesten des Landes. Dort wird kĂŒnftig deutlich weniger erlaubt sein. Ein Teil des Problems ist, dass die deutschen BundeslĂ€nder zu wenige Messungen vorgenommen haben, um die Behauptungen BrĂŒssels mit konkreten Zahlen widerlegen zu können. 

Laut der Untersuchung von 2019 tritt die grĂ¶ĂŸte Nitratbelastung in den Niederlanden in Nordbrabant auf. Die Niederlande haben bei BrĂŒssel das siebte Aktionsprogramm der Nitratrichtlinie eingereicht, das bisher jedoch von den ENVI-Umweltbeamten der EuropĂ€ischen Kommission abgelehnt wurde.

Mit diesem Programm versucht die Niederlande nachzuweisen, wie sie die WasserqualitĂ€t verbessern wollen. Die Verhandlungen laufen weiterhin, doch die Spitze des Landwirtschaftsministeriums zeigt sich pessimistisch bezĂŒglich der Erfolgsaussichten.  Am 17. MĂ€rz findet erneut eine Sitzung des EC-Nitratkomitees statt.

Am Montag (21. Februar) kommen die europĂ€ischen Landwirtschaftsminister in BrĂŒssel zu ihrer monatlichen EU-Runde zusammen. An diesen Beratungen nehmen auch die drei am meisten involvierten Kommissare Wojciechowski (Landwirtschaft), Kyriakides (Gesundheit) und Sinkevičius (Umwelt) teil. Das Thema Nitrat steht nicht formal auf der Agenda, aber es wird erwartet, dass Deutschland – gegebenenfalls im FlurgesprĂ€ch – versuchen wird, der tĂ€glichen Strafe von fast einer Million Euro zu entgehen.

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Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederlĂ€ndischen Originalversion generiert.

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