Die Europäische Kommission arbeitet an einer Überarbeitung der Handelsnormen für Eier. Durch die Lockerung der Regeln soll es möglich werden, Eier von eingesperrten Hühnern weiterhin als Bio- oder Freilaufeier verkaufen zu können.
Aufgrund der anhaltenden Vogelgrippe in vielen EU-Ländern müssen viele Geflügelhalter ihre Hühner im Stall halten. Nach den aktuellen Regeln dürfen Eier nicht als Freilaufeier verkauft werden, wenn die Hühner länger als 16 Wochen im Stall verbracht haben.
Dies betrifft nicht nur Niederlande, sondern auch Länder wie Frankreich, Italien und Spanien, wo viele Hühner aus Angst vor einer Ansteckung mit Vogelgrippe bereits länger als 37 Wochen keinen Auslauf hatten. Das ist länger als die Stallpflicht im vergangenen Jahr.
Ein Sprecher der Europäischen Kommission bestätigte gegenüber Nieuwe Oogst, dass die Landwirtschaftsabteilung in Brüssel tatsächlich an einer Überarbeitung der Handelsnormen arbeitet. Er dämpfte jedoch die Erwartungen auf eine baldige Anpassung. Die Gespräche mit den Mitgliedstaaten über die Überarbeitung der Verordnung dauern noch an und werden voraussichtlich nicht vor Frühjahr 2023 abgeschlossen sein, so die Angaben.
Für eine eventuelle Überarbeitung ist auf jeden Fall die Unterstützung einer großen Mehrheit der Landwirtschaftsminister sowie des Europäischen Parlaments erforderlich. Bislang sind die meisten EU-Länder zurückhaltend, da sie ihre eigenen Märkte schützen wollen.
Die Vogelgrippe tritt jedoch immer häufiger, länger andauernd und intensiver auf; deshalb wird bereits – auf französischen und niederländischen Vorschlag – an Impfversuchen gearbeitet. Händler und Produzenten hoffen, dass sich nun eine Mehrheit dafür finden lässt.
Die niederländische Geflügelwirtschaft setzt sich seit mehreren Jahren für eine andere Regelung bei Freilaufeiern ein. Im Februar dieses Jahres haben sie zusammen mit ihrem europäischen Verband erneut für eine ähnliche Regelung für Freilaufeier wie für Bio-Eier plädiert.
Früher waren es vor allem die Niederlande und Deutschland, die für eine derartige Regelung eintraten, da in beiden Ländern viele Freilandhennen gehalten werden, in anderen EU-Ländern hingegen kaum. Minister Staghouwer hat bei Treffen der Landwirtschaftsminister mehrmals darauf hingewiesen.
Die Europäische Kommission hat in den vergangenen Wochen mit den EU-Ländern beraten, um die 16-Wochen-Grenze aufzuheben. Dadurch könnten Produzenten, die ihre Hühner aufgrund veterinärmedizinischer Einschränkungen (z. B. Vogelgrippe) länger als 16 Wochen im Stall halten müssen, ihre Eier dennoch als „Freilauf“ vermarkten.

