Die Europäische Kommission hat einen Aktionsplan vorgestellt, um Landwirten und Viehhaltern dabei zu helfen, schneller auf biologische Produktion umzusteigen. Damit hofft die EU, dass innerhalb von zehn Jahren mindestens ein Viertel der europäischen Agrarfläche biologisch bewirtschaftet wird.
Das wichtigste Ziel ist es, "die Nachfrage anzukurbeln" durch Werbekampagnen und andere Maßnahmen. Die EU-Kommissare Janusz Wojciechowski (Landwirtschaft) und Frans Timmermans (Umwelt) wiesen darauf hin, dass diese Art der Produktion vor allem kleinen und mittelgroßen Lebensmittelproduzenten zugutekommt.
Mit der Vorstellung ihres Bio-Anreizprogramms betont die Europäische Kommission erneut die Bedeutung der neuen Green Deal-Subventionen im neuen gemeinsamen Agrarpolitikkonzept (GAP). Die Verhandlungen darüber verlaufen derzeit zäh. Viele EU-Länder halten den Umbau in Landwirtschaft und Viehzucht für unnötig, unvollständig, zu schnell, zu umfangreich oder zu verbindlich.
Mit dem Aktionsplan halten Wojciechowski und Timmermans an der Linie des europäischen Green Deals sowie der Farm to Fork- und Biodiversitätsstrategien fest. Diese Vorschläge zielen darauf ab, dem ohnehin schnell wachsenden Biobereich die richtigen Subventionen zu gewähren, um die Ziele des Green Deals zu erreichen.
Der nun vorgestellte Bio-Anreiz enthält Vorschläge, sowohl die Produktion als auch den Konsum von Bio-Lebensmitteln zu fördern. Jeder Europäer gibt durchschnittlich 84 Euro pro Jahr für biologische Produkte aus, wobei die Unterschiede zwischen den EU-Ländern sehr groß sind und von 1 bis 344 Euro pro Einwohner variieren.
Die biologische Produktion variiert zwischen den EU-Ländern, wobei Österreich mit 26 % vorne liegt, gefolgt von Schweden und Estland mit jeweils etwa 20 %. In anderen Ländern beschränkt sich die Biofläche auf etwa 3 %, wie etwa Bulgarien oder Rumänien, sagte Wojciechowski.
Das liegt nicht nur an Unterschieden in der Kaufkraft (Bio-Produkte sind generell teurer), sondern vor allem an Unterschieden in der Verfügbarkeit. Die Fläche des biologischen Landbaus in der EU ist im vergangenen Jahrzehnt um fast 66 % gewachsen, von 8,3 Millionen Hektar im Jahr 2009 auf 13,8 Millionen Hektar im Jahr 2019. Aktuell macht sie 8,5 % der Gesamtfläche aus.
Im derzeitigen Haushaltsplan der Gemeinsamen Agrarpolitik werden etwa 1,8 % des Budgets (7,5 Milliarden Euro) zur Unterstützung des ökologischen Landbaus verwendet. Die zukünftige GAP wird Umweltförderprogramme in Höhe von 38 bis 58 Milliarden Euro für den Zeitraum 2023–2027 umfassen, abhängig von den Ergebnissen der noch laufenden GAP-Verhandlungen.

