Mit den neuen Regeln dürfen die EU-Länder, wenn sie dies wünschen, die Verwendung von Renure über die derzeit geltende Obergrenze für tierische Düngemittel hinaus erlauben. Diese Obergrenze ist in der europäischen Nitratrichtlinie festgelegt und wird bald angepasst.
Brüssel kann nun die nächsten Schritte angehen. Es plant, vor dem Sommer eine Überarbeitung der Wasser-Rahmenrichtlinie und der Nitratrichtlinie (die Habitat- und Vogelschutzrichtlinien) vorzulegen. Am 18. Februar findet ein Dialog mit Interessengruppen statt, geleitet von den europäischen Kommissaren Hansen (Landwirtschaft) und Roswall (Umwelt). In der ersten Jahreshälfte wird zudem ein Aktionsplan für Kunstdünger erwartet.
Der Einsatz von gereinigtem tierischem Dünger soll als Alternative zu herkömmlichen chemischen Düngemitteln dienen. Durch die Rückgewinnung von Nährstoffen aus Gülle können Landwirte vermehrt Produkte nutzen, die bereits in ihrem eigenen Betrieb oder in ihrer Region verfügbar sind.
Die Europäische Kommission verbindet die neuen Möglichkeiten jedoch mit Auflagen zum Schutz von Wasser und Umwelt. Die Vorschriften bleiben darauf ausgerichtet, eine Verschmutzung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen zu verhindern. Zudem ist die Verwendung in den am stärksten belasteten Gebieten nicht erlaubt.
Insbesondere in Deutschland und Irland wird mit großer Spannung auf die genauen Formulierungen der neuen Regeln geblickt, da Irland mit einer neuen Ausnahmeregelung einen Vorreiter gegenüber der von Umweltkommissarin Roswall angekündigten Lockerung darstellt. Dem steht gegenüber, dass die Iren vor Ort mehr und bessere Messungen durchführen werden und empfindliche Einzugsgebiete einiger Flüsse meiden.
In Deutschland gibt es erneut eine Blockade zwischen den Bundesbehörden in Berlin (die Umweltvereinbarungen und ein Landwirtschaftsabkommen mit Brüssel getroffen haben) und mehreren Bundesländern, die sich weigern, weitere Einschränkungen in sensiblen Gebieten zu erlassen. Brüssel kann nun erneut eine „alte“ Millionenstrafe reaktivieren.
Ein wichtiges Ziel der Renure-Maßnahme ist die Verringerung der Abhängigkeit von importierten Pflanzenschutzmitteln, vor allem aus Russland. Laut Kommission kann dies zu einer widerstandsfähigeren europäischen Landwirtschaft beitragen.
Die Kommission erwartet zudem, dass die neuen Regeln finanzielle Vorteile für Landwirte bringen können. Eine geringere Abhängigkeit von importierten Produkten kann die Kosten für die Düngung senken.
Die Meldung Europäische Kommission stimmt zu und ebnet Weg für Renure-Dünger erschien zuerst auf IEDE NEWS.

