Dies sollte mit der Fortsetzung des aktuellen EU-Importverbots kombiniert werden, das am 15. September ausläuft. Die anderen 26 EU-Kommissare sind damit (noch?) nicht einverstanden und haben die Angelegenheit auf diese Woche vertagt.
Wojciechowski sagt, dass Ukraine und die fünf EU-Nachbarländer mit seinem Vorschlag für eine Transportsubvention von etwa dreißig Euro pro Tonne einverstanden sind. Damit könnte der Anschaffungspreis für ukrainisches Getreide auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähig bleiben. Aber die Ukraine ist absolut dagegen, dass die vorübergehenden Beschränkungen für den europäischen Import (in diesen fünf Ländern) verlängert werden.
Bis Ende dieser Woche gilt ein Importverbot für Weizen, Mais, Raps und Sonnenblumen aus der Ukraine nach Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien und die Slowakei. Kiew hat bereits gedroht, bei der Welthandelsorganisation WTO Beschwerde gegen die EU einzureichen, falls Brüssel beschließt, dieses Verbot zu verlängern.
Auch am vergangenen Wochenende haben polnische PiS-Politiker in ihrem Wahlkampf erneut markige Erklärungen abgegeben, um notfalls die Grenzübergänge wieder zu blockieren und zu verhindern, dass erneut Tonnen (billigeres) ukrainisches Getreide ihre lokalen Märkte beeinträchtigen. In vier Wochen finden in Polen Parlamentswahlen statt, und die regierende PiS-Partei für Recht und Gerechtigkeit versucht, die Wählergunst auf dem polnischen Agrarland zurückzugewinnen.
Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Landwirtschaftsminister Robert Telus erschienen am Samstag vor den Fernsehkameras an einem Grenzübergang zur Ukraine. „Die Regierung verfolgt konsequent ihre Politik zum Schutz der polnischen Landwirtschaft. Wie versprochen werden wir unser Land vor dem Zustrom ukrainischen Getreides verteidigen“, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, der zusammen mit Minister Robert Telus den Grenzübergang in Dołhobyczów besuchte.
Dort erneuerten sie ihren Wunsch nach Verlängerung des Importverbots. Gleichzeitig formulierten sie, dass das Getreide (und einige andere landwirtschaftliche Produkte) per Straße oder Schiene durch ihr Land zu Häfen in anderen EU-Ländern transportiert werden dürfen. Dadurch wäre die Fortsetzung der aktuellen Situation (kontrollierter Transit) möglich. In diesem Fall ist keine gesonderte Entscheidung der 27 EU-Kommissare nötig, es sei denn, Wojciechowski oder Vorsitzende Von der Leyen treiben die Sache weiter voran.

