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Noch kein europaweites Verbot für ‚ewige Chemikalien‘ wie PFAS

Iede de VriesIede de Vries
Die EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall arbeitet an mehreren Fronten an saubererem Trink- und Oberflächenwasser, etwa durch die Überarbeitung der verbindlichen Wasserrahmenrichtlinie. Natur- und Umweltorganisationen befürchten, dass diese Überarbeitung zu einem geringeren Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier führt.
Europäische Länder bleiben im Kampf gegen ‚ewige Chemikalien‘ wie PFAS zurück.Foto: (Photo: eigen foto)

Es ist bereits bekannt, dass die Reduzierung von PFAS und anderen ‚ewigen Chemikalien‘ vorerst auf ‚mehr und bessere Kontrolle‘ durch die einzelnen EU-Länder beschränkt bleibt und dass es vorerst kein (europäisches) PFAS-Verbot geben wird. Klarheit darüber, wie verschmutzte (Boden-)Standorte gereinigt werden sollen und ob die verschmutzenden Unternehmen dafür mitzahlen müssen, gibt es noch nicht.

Die europäische Herangehensweise an die Wasserqualität steht schon länger unter Druck. Neue Regeln sollen für saubereres Trink- und Oberflächenwasser sorgen, stoßen aber auf praktische und politische Herausforderungen. Ein wichtiges Element ist die bessere Messung und Kontrolle von Verschmutzungen. Die EU-Staaten sollen häufiger und systematischer Daten erheben und austauschen. Das soll ein besseres Verständnis des Ausmaßes des Problems ermöglichen.

Vor allem schwer abbaubare Stoffe spielen eine zentrale Rolle. Diese verbleiben lange in der Umwelt und reichern sich in Organismen an. Das macht sie schwer zu beseitigen und zu einer dauerhaften Sorge für die Wasserqualität.

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Feuerwehrschaum

Letzte Woche stattete Kommissarin Roswall zusammen mit der niederländischen Staatssekretärin Annet Bertram (CDA) einem Feuerwehr-Übungsplatz auf dem ehemaligen Militärflugplatz Soesterberg einen Arbeitsbesuch ab. Dort haben Feuerwehrkräfte jahrzehntelang mit Schaum und Löschmitteln mit PFAS geübt, das jetzt bis in mehr als 10 Meter Tiefe im Boden nachweisbar ist. 

Sanierung

Die Sanierung dieses ‚chemischen Abfalls‘ an diesem Ort wird viele zig Millionen Euro kosten, wobei die Technik dafür noch in den Kinderschuhen steckt. Auf dem ehemaligen Flugplatz entsteht derzeit ein Wohngebiet, doch die Millionen teure Sanierung in den Wohnungspreis einzukalkulieren, würde die Häuser unbezahlbar machen.

In der Diskussion wird zudem argumentiert, dass strengere Maßnahmen an der Quelle effektiver sein könnten. So wird auf die Begrenzung oder den Stopp der Herstellung bestimmter Stoffe hingewiesen. Ein Produktionsverbot würde Verschmutzungen verhindern. Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht Kern des aktuellen europäischen Politikansatzes.

Verursacher zahlt?

Obwohl das Ziel saubereren Wassers breit geteilt wird, gehen die Meinungen über Verantwortlichkeiten und die Art der Maßnahmen auseinander. Die Frage ist, ob auch hier ‚der Verursacher zahlt‘ oder ob die Kosten für die Bodensanierung von der chemischen und pharmazeutischen Industrie übernommen werden müssen. 

Auch Fragen zu technischen Daten spielen eine Rolle. Unterschiede bei Messmethoden und Berichten schaffen Unsicherheiten über das Ausmaß der Verschmutzung und den Anteil der verschiedenen Sektoren. Die Wirtschaft verwendet andere Zahlen als die politischen Entscheidungsträger und EU-Politiker in Brüssel.

Die Überarbeitung der Regeln ist Teil eines umfassenderen Ansatzes im Kampf gegen Wasserverschmutzung. Dabei geht es nicht nur um einen einzelnen Stoff, sondern um eine Vielzahl von Verursachern, die zusammen die Qualität des europäischen Wassers belasten. Auch der Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft spielt (immer noch) eine wichtige Rolle.

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Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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