Aus der Rede von Von der Leyen auf der jährlichen EU-Agri-Konferenz wurde klar, dass die „strategische Diskussion“ nicht nur mit (Organisationen von) europäischen Landwirten geführt wird, sondern dass das gesamte Spektrum der Agrar- und Ernährungsakteure einbezogen wird, „von kleinen traditionellen Erzeugern ökologischer Lebensmittel bis hin zu großen Weizenproduzenten“, so Von der Leyen.
Wiederum äußerte die EK-Präsidentin nichts zur Abwicklung zuvor angekündigter Elemente des Green Deal, der Lebensmittelstrategie und des Biodiversitätspakets von Bauernhof bis Tisch. Sie sagte jedoch, dass die neue Agrarpolitik auch ländliche Gemeinden unterstützen müsse sowie die Landwirtschaft „innerhalb der Grenzen unseres Planeten und seines Ökosystems“ fördern soll.
Eine Reihe von EU-Landwirtschaftsministern begrüßte die Idee eines strategischen Dialogs, obwohl einige bedauerten, dass der Fokus ausschließlich auf der Landwirtschaft liege und stattdessen zu einem umfassenderen „Ernährungssystem“-Ansatz aufriefen. „Wir müssen das gesamte Ernährungssystem betrachten, von der Produktion bis zur Konsumtion, und kommerzielle Akteure wie Lebensmittelverarbeiter und den Einzelhandel einbinden“, heißt es in einem Brief, der von mehreren EU-Ernährungsministern verfasst wurde.
Auf die Frage von Journalisten, ob der Name ausgeweitet werden sollte, stimmte Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski zu, dass die Strategie „nicht nur die Landwirtschaft“ berücksichtigen müsse. Er fügte hinzu, dass der gewählte Titel ein „Arbeitstitel“ sei. Wojciechowski erklärte, dass der „strategische Dialog“ im Januar die Grundlage schaffen müsse für Verhandlungen und Debatten über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der neuen Amtsperiode nach den Europawahlen.
„Wir brauchen Argumente für ein stärkeres Budget (…) 0,3 % des BIP sind nicht genug“, sagte Wojciechowski nach der Konferenz gegenüber Journalisten und fügte hinzu, dass er hoffe, dass dieser Dialog „ein wichtiges Signal an die Mitgliedstaaten sendet, weil sie das Budget bestimmen.“ Bereits zuvor hatte Wojciechowski deutlich gemacht, dass er der Meinung ist, die Finanzierung der EU-Agrarpolitik müsse in den kommenden Jahren deutlich überarbeitet werden.
Nächste Woche wird das Landwirtschaftsbudget bei den 27 EU-Finanzministern unter die Lupe genommen, während sie nach zusätzlich 50 Milliarden Euro für militärische Unterstützung an die Ukraine suchen. Der derzeit rotierende EU-Vorsitz Spanien hat das Landwirtschaftsbudget bisher von möglichen Kürzungen ausgespart, zum Unmut mehrerer EU-Länder.

