Landwirtschaftsorganisationen aus dem amerikanischen Kontinent haben ihre Regierungen aufgefordert, gemeinsam gegen die geplanten europäischen Maßnahmen vorzugehen. Ihrer Auffassung nach drohen neue Handelshemmnisse, da die Europäische Union die maximal zulässigen Mengen an Pflanzenschutzmittelrückständen weiter verschärfen möchte.
Exporteure aus Kanada, den Vereinigten Staaten und Lateinamerika befürchten, dass sie dadurch den Zugang zum europäischen Markt erschwert bekommen.
Rückstandshöchstwerte
Die Europäische Kommission arbeitet an strengeren maximalen Rückstandshöchstwerten für verschiedene Pflanzenschutzmittel. Damit werden die Anforderungen, die importierte landwirtschaftliche Produkte erfüllen müssen, erneut verschärft. Nach dem europäischen Ansatz müssen Lebensmittel, die auf dem europäischen Markt verkauft werden, dieselben Lebensmittelsicherheitsstandards erfüllen, unabhängig davon, wo sie produziert wurden.
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Gleichzeitig weisen mehrere Parteien darauf hin, dass es große Unterschiede zwischen der europäischen und der ausländischen Gesetzgebung gibt. Pflanzenschutzmittel, die in vielen Ländern außerhalb Europas noch zugelassen sind, dürfen innerhalb der Europäischen Union bereits nicht mehr verwendet werden. Dadurch drohen nach Ansicht der Exporteure neue Probleme für Produzenten, die nach ihren nationalen Vorschriften arbeiten, aber trotzdem weiterhin auf den europäischen Markt liefern wollen.
Internationale Vorgehensweise
Amerikanische Landwirtschafts- und Lebensmittelorganisationen sind der Ansicht, dass internationale Handelsregeln weiterhin auf wissenschaftlichen Bewertungen basieren müssen. Sie befürchten, dass die europäischen Vorschläge über das für die Lebensmittelsicherheit Erforderliche hinausgehen und dadurch vor allem zusätzliche Kosten und Verwaltungsaufwand verursachen. Daher wollen sie die Angelegenheit auch international zur Sprache bringen.
Für viele Exporteure bedeutet dies, dass sie ihre Geschäftsführung anpassen müssen. Andere Pflanzenschutzmittel, geänderte Anbaumethoden und ergänzende Kontrollen können notwendig werden, um den europäischen Anforderungen weiterhin gerecht zu werden. Besonders Produzenten von Soja, Mais, Baumwolle und Getreide erwarten, dass die Auswirkungen erheblich sein können.
Die Diskussion spielt sich vor allem in Lateinamerika ab, wo viele landwirtschaftliche Betriebe auf Pflanzenschutzmittel angewiesen sind, die außerhalb Europas noch zugelassen sind. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der verwendeten Wirkstoffe aus China stammt. Vor allem Glyphosat zählt noch immer zu den meistgenutzten Mitteln in der großflächigen Landwirtschaft der Region.
Mehr Kontrolle
Gleichzeitig betonen europäische Kontrollen, dass der überwiegende Teil der überprüften amerikanischen Lebensmittel die geltenden gesetzlichen Normen erfüllt. Die Kontrollen der importierten Produkte bleiben laut europäischen Aufsichtsbehörden wichtig, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Zusätzlich wird empfohlen, die Überwachung der importierten Produkte fortzusetzen und besonderes Augenmerk auf Kombinationen bestimmter Pflanzenschutzmittel und Kulturen zu legen.
Die Diskussion beschränkt sich inzwischen nicht mehr nur auf den Handel. Auch der Schutz der Gesundheit der Verbraucher und die Folgen langfristiger Exposition gegenüber Pflanzenschutzmitteln spielen eine immer größere Rolle. Damit scheint die Debatte über Lebensmittelsicherheit und internationalen Handel vorerst noch nicht beendet zu sein.

