Apple widersetzt sich seit der Einführung im Jahr 2022 dem Digital Markets Act (DMA). Das Gesetz verpflichtet große Tech-Unternehmen, ihre Plattformen zu öffnen und Konkurrenten Zugang zu gewähren, um Machtmissbrauch zu verhindern. Apple ist der Ansicht, dass die Regeln zu schlechterem Service, verringerter Sicherheit und Verzögerungen neuer Funktionen für europäische Verbraucher führen.
Ein konkretes Beispiel ist die Live-Übersetzung über AirPods. Apple erklärt, dass diese Funktion in Europa später verfügbar sein wird, da Ingenieure zunächst prüfen müssen, ob die Technologie alle EU-Anforderungen erfüllt. Außerdem gibt das Unternehmen an, dass die verpflichtende Zusammenarbeit mit anderen (konkurrierenden!) Marken die Benutzerfreundlichkeit und Privatsphäre der Nutzer beeinträchtige. Apple zufolge können andere Unternehmen profitieren, ohne selbst zu investieren.
Das Unternehmen fordert daher die Aufhebung der DMA-Regeln und legt andernfalls eine Liste mit Anpassungen vor. Darin plädiert es unter anderem für eine unabhängige Aufsicht, losgelöst von der Europäischen Kommission. Apple bezeichnet die Kommission nicht als neutralen Schiedsrichter und argumentiert, dass politische Einflüsse bei Entscheidungen zur Durchsetzung eine Rolle spielen.
Die Europäische Kommission weist darauf hin, dass der DMA nur für sogenannte Gatekeeper gilt: Plattformen mit so vielen Nutzern und Marktmacht, dass andere kaum daran vorbeikommen. Apple fällt in diese Kategorie, Samsung nicht. Apple nennt dies unfair und behauptet, dass der DMA gerade ein ungleiches Spielfeld schafft.
Im April erhielt Apple eine Geldstrafe von 500 Millionen Euro wegen Behinderungen für App-Entwickler, die Internetnutzer zu günstigeren Alternativen außerhalb des App Stores weiterleiten wollten. Es war die erste Strafe unter der DMA-Richtlinie. Apple legte Berufung ein, änderte jedoch inzwischen seine Politik, um weitere Sanktionen zu vermeiden.
Nach Angaben von Apple erschweren die EU-Regeln das Geschäft in Europa. Das Unternehmen warnt, dass bestimmte Produkte, wie die Apple Watch, möglicherweise nicht mehr auf den europäischen Markt kommen würden. Außerdem erklärt Apple, dass der DMA Verbraucher Risiken durch betrügerische Apps, gefälschte Bezahlsysteme und Datenschutzprobleme aussetzt, die ihnen zuvor nicht bekannt waren.
Die EU führt derzeit eine Bewertung der bisher freiwilligen DMA-Regeln durch. Unternehmen konnten Feedback zur Wirksamkeit des Gesetzes und zur Anwendung auf neue Technologien geben. Apple nutzte diesen Zeitpunkt, um seine Forderung zu übermitteln. Die Kommission hält bislang jedoch an den Regeln fest und betont, dass die Einhaltung verpflichtend ist, auch wenn dies Unternehmen Zeit kosten kann.
Der Konflikt spielt sich vor dem Hintergrund transatlantischer Spannungen ab. Der US-Präsident Donald Trump hat mehrfach mit Handelsmaßnahmen gegen Länder gedroht, die US-Technologieunternehmen benachteiligen. Er bezeichnet die europäischen Regeln als eine Form von Zensur und eine Bedrohung der Meinungsfreiheit.

