Die Europäische Kommission hat nach Deutschland und Belgien nun auch Italien aufgefordert, innerhalb von zwei Monaten mit ergänzenden Plänen zu kommen, um den Nitratgehalt in Oberflächengewässern zu senken. Die Nitratbelastung in Flüssen, Bächen und Gräben ist auch in Italien nach europäischem Maßstab zu hoch.
Sollte Italien nicht angemessen reagieren, droht eine empfindliche Geldstrafe, die bis zu 850.000 Euro pro Tag betragen kann. Die Europäische Kommission wirft Italien vor, zu wenig unternommen zu haben, um die Nitratbelastung des Grundwassers zu begrenzen.
Deutschland und Belgien haben kürzlich ergänzende Berichte an die EU gesandt, befinden sich jedoch laut einem EU-Zwischenbericht noch lange nicht außerhalb der Gefahrenzone.
Seit Jahren versucht die Europäische Union, den Druck auf die EU-Länder zu erhöhen, um die Qualität des Bodenwassers besser zu schützen. Durch die Verschmutzung ist auch das europäische Trinkwasser bedroht. Die Landwirtschaft gilt als eine wichtige Quelle der Nitratverschmutzung.
Wenn die EU-Länder nicht ausreichend Maßnahmen ergreifen, um die Düngemittel im Grundwasser zu verringern, kann die Europäische Kommission entscheiden, den Fall erneut vor Gericht zu bringen. Dieses kann hohe Geldstrafen verhängen.
Deutschland verschärft inzwischen seine Düngemittelpolitik, erzielt aber noch nicht ausreichende Ergebnisse. Zudem stößt die Verschärfung in der deutschen Landwirtschaft auf großen Widerstand. Dieser Widerstand erschwert die politische Entscheidungsfindung. Besonders in den nördlichen Bundesländern, in denen die intensive Viehhaltung relativ verbreitet ist, weist der Boden zu hohe Nitratwerte auf.
Auch in den Niederlanden erfüllt das Bodenwasser noch nicht alle EU-Kriterien, wie eine neue Untersuchung ergab. In drei Vierteln der Wasserproben, die das Niederländische Institut für Ökologie (NIOO-KNAW) entnommen hat, waren zu viel Stickstoff und Phosphat enthalten. Nur 3 Prozent der Gewässer wurden als sauber eingestuft, 87 Prozent hatten eine schlechte Qualität.
Nur eines von fünf kleinen Gewässern in den Niederlanden ist klar, pflanzenreich und lebendig. Mehr als die Hälfte der untersuchten Gewässer ist trüb und von Schwimmpflanzen oder Algen bedeckt, während ein Viertel Anzeichen von Verschmutzung aufweist.
Kleine Gewässer machen zusammen ein Drittel der niederländischen Oberflächengewässer aus, fallen aber außerhalb der Qualitätsmessungen der Wasserrahmenrichtlinie, die zum Ziel hat, dass das Wasser in ganz Europa bis 2027 sauber sein muss.

