Es sieht so aus, als ob es der britischen Regierung und der Europäischen Kommission nach monatelangen schwierigen Verhandlungen nun bald gelingen wird, eine Einigung über die zukünftigen Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union zu erzielen.
Nach Angaben von Quellen aus der europäischen Diplomatie ist es nur noch eine Frage von Stunden, und es wurde bereits eine Pressekonferenz des britischen Premierministers Johnson vorbereitet. Auf den letzten Drücker, denn am 1. Januar verlässt das Vereinigte Königreich den europäischen Binnenmarkt. Ein Handelsabkommen verhindert, dass es zu einem harten Brexit kommt, einer chaotischen Trennung mit plötzlichen Handelsbarrieren.
Um ein Handelsabkommen zu erreichen, mussten mehrere äußerst schwierige Punkte gelöst werden. Die Europäische Union wollte unbedingt vermeiden, dass es zu unfairem Wettbewerb zwischen britischen und europäischen Unternehmen kommt, weil britische Firmen möglicherweise weniger strenge britische Vorschriften einhalten würden. Dabei geht es um Regeln rund um Staatshilfen sowie Umwelt- und Lebensmittelsicherheit. Ein weiterer heikler Punkt war die Fischerei: der Zugang europäischer Fischer zu britischen Gewässern.
Lange Zeit sah es nicht so aus, als ob rechtzeitig eine Einigung erzielt werden könnte. Noch vor zwei Wochen legte die Europäische Kommission ein Notfallszenario vor, um Chaos auf Straßen, See und in der Luft im Falle eines No-Deal-Brexits zu vermeiden. Doch jetzt scheint eine Einigung schnell in Sicht zu sein. „Wir befinden uns in der Endphase“, heißt es aus EU-Kreisen. Auch im Hinblick auf die Fischerei, einem der schwierigsten Punkte, sind die beiden Seiten aufeinander zugekommen.

