In der Landwirtschaft in Großbritannien wurde in diesem Jahr aufgrund von Personalmangel bereits Lebensmittel im Wert von mehreren zehn Millionen Pfund verschwendet. Seit Einführung der Brexit-Visaregelungen Anfang dieses Jahres hat sich die Anzahl der vorübergehenden Arbeitserlaubnisse für EU-Bürger mehr als halbiert. Zudem kehrten viele Saisonpflücker vom Vorjahr nicht zurück.
Großbritannien hat in diesem Jahr etwa 38.000 Visa für Saisonarbeiter genehmigt, doch die Branche gibt an, dass sie etwa die doppelte Menge benötigt, nämlich knapp 70.000. Ukrainische Arbeitskräfte hatten die Lücke vorübergehend teilweise ausgefüllt, doch seit dem russischen Einmarsch in ihr Land im Februar bleiben viele Ukrainer in ihrer Heimat.
Um den Engpässen zu begegnen, muss Großbritannien nun Saisonarbeiter aus Ländern wie Indonesien, den Philippinen, Usbekistan und Südafrika anwerben.
Nach einer Untersuchung der NFU-Gewerkschaft unter Landwirten beklagten 40 Prozent Ernteverluste aufgrund von zu wenigen Pflückern. Um das Problem zu beheben, fordert die NFU eine Ausweitung der Visaregelung, die ein mindestens fünfjähriges Programm ermöglicht.
„Es ist schlichtweg eine Farce, dass Lebensmittel verschwendet werden, während Familien im ganzen Land Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten“, so NFU-Vizevorsitzender Tom Bradshaw.
Die Gewerkschaft betont, dass die Erweiterung des britischen Saisonarbeiterprogramms von entscheidender Bedeutung ist, um im kommenden Jahr eine Wiederholung der „verheerenden Menge an Lebensmittelverschwendung“ zu verhindern.

