Brüssel entwickelt Vorschläge, die vom aktuellen EU-Beitrittssystem abweichen. Dieses System gilt seit Anfang der neunziger Jahre, wobei zunächst ein langjähriger Verhandlungsprozess über alle Bereiche geführt wird. Der neue Ansatz würde den Weg zur Mitgliedschaft grundlegend verändern und befindet sich noch in der Vorbereitung.
Im Mittelpunkt steht jetzt ein Zwei-Stufen-Modell für den Beitritt. Die Ukraine könnte früher formelles Mitglied werden, aber nicht sofort vollständig mitmachen. Erst in einer späteren Phase würde das Land dieselben Rechte wie andere Mitgliedstaaten erhalten.
In der ersten Phase hätte die Ukraine eingeschränkte Stimm- und Entscheidungsbefugnisse. Die Vorschläge werden an eine umfassendere Sicherheits- und Friedenslogik gekoppelt. Der EU-Beitritt wird dabei als ein Element genannt, das eine Rolle in einem zukünftigen Friedensabkommen im Zusammenhang mit dem Krieg spielen kann.
Obwohl sich die Pläne noch in einer vorläufigen Phase befinden, sorgen sie bereits jetzt für Unruhe. EU-Hauptstädte äußern Bedenken hinsichtlich möglicher Folgen für die Funktionsweise und den Zusammenhalt der Union.
Ein wichtiger Punkt der Sorge ist die Entstehung unterschiedlicher Mitgliedschaftsformen. Mitgliedstaaten und andere Kandidatenländer befürchten, dass ein zweigleisiges System das bestehende Beitrittsprinzip unter Druck setzt.
In manchen Plänen wird eine Jahreszahl um 2027 für den EU-Beitritt der Ukraine genannt. Gleichzeitig wird betont, dass der reguläre Beitrittsprozess normalerweise viel Zeit in Anspruch nimmt.
Der Zugang zum Binnenmarkt würde laut diesen Vorschlägen nicht auf einmal erfolgen. Die Ukraine dürfte schrittweise teilnehmen, wobei weitere Schritte vom Erreichen vereinbarter Bedingungen abhängen.
Auch finanzielle Bereiche werden gestuft genannt. Der Zugang zu Agrarsubventionen und Entwicklungsfonds wäre nicht automatisch vollständig, sondern würde nach Erreichen festgelegter Meilensteine schrittweise ausgebaut.

