In einem Schreiben an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erklärte sie, dass die rasche Wiederherstellung der Infrastruktur ukrainischer Häfen den weiteren Export von Agrarprodukten auf den Weltmarkt erleichtern soll.
Die EU und die internationale Gemeinschaft beteiligen sich außerdem am Bau von Solidaritätskorridoren, über die ukrainisches Getreide und andere Agrarprodukte über die fünf EU-Nachbarländer auf dem Landweg zu Häfen an der Ostsee transportiert werden. Zudem werden rumänische Umschlaghäfen an der Donau als Binnenroute zu den Häfen bei Konstanza am Schwarzen Meer vertieft.
Ukraine exportierte im Oktober 2023 4,6 Millionen Tonnen Getreide, davon wurden 3,6 Millionen Tonnen per Schiff transportiert, und 1 Million Tonnen per Bahn und Straße.
Die Ukraine hat eigenständig den maritimen Korridor am Schwarzen Meer für den Getreideexport wiederhergestellt, sagte Vizepremier Olha Stefanishyna auf einer Pressekonferenz in Wien. Ihr zufolge wurde auch ein spezieller Versicherungsfonds von Großbritannien organisiert, um den Betrieb dieses „Getreidekorridors“ zu gewährleisten.
Seit einigen Wochen fahren wieder Frachtschiffe von ukrainischen Häfen direkt vor der Küste der NATO-Länder Bulgarien und Rumänien gen Süden und zur Bosporusstraße. Diese neue Schifffahrtsroute „außerhalb der russischen Reichweite“ kann eine Rettungsleine bieten, auch für die erschöpfte Stahlindustrie in der Ukraine.
„Der Seekorridor ist entscheidend für das Überleben der ukrainischen Landwirtschaft“, sagt Jean-Francois Lepy, Leiter des Getreidehandels bei der französischen Agrarwirtschaftsgruppe InVivo. „Ohne einen Korridor wird es 2024/2025 ein ernstes Problem geben“, erklärte er am Rande der Global Grain-Konferenz Anfang dieses Monats in Genf.

