Die Landwirtschaftsminister der wohlhabenden westlichen Industrieländer und der Europäischen Union versprachen an diesem Wochenende Maßnahmen gegen die Knappheit und steigenden Kosten von Düngemitteln zu ergreifen. Dies haben die G7-Länder und die EU am vergangenen Wochenende bei ihrem Gipfel in Deutschland vereinbart.
Die Vereinigten Staaten, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und die Europäische Union haben sich darauf geeinigt, die Finanzierung des globalen Agricultural Market Information System (AMIS) auszuweiten. Diese Aufsichtsbehörde der FAO überwacht bereits die Märkte für Weizen, Mais, Reis und Sojabohnen. Künftig sollen auch die Versorgung und die weltweiten Vorräte, einschließlich der Verfügbarkeit von Düngemitteln, beobachtet werden.
AMIS soll mehr tun als bisher, muss aber auch die globalen Preise und Vorräte von Düngemitteln überwachen, sagte der US-amerikanische Landwirtschaftsminister Tom Vilsack. Viele von uns glauben, dass auf den Getreidemärkten spekuliert wird, fügte er hinzu.
Wenn die Märkte knapp sind und die Informationen unscharf, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Länder in Panik geraten und Maßnahmen ergreifen wie das Verbot von Exporten von Getreide oder Düngemitteln, was die Situation nur verschlimmert, sagte Joe Glauber, der interimistische Sekretär von AMIS, gegenüber dem US-amerikanischen Agri-Pulse.
Internationale Banken-Sanktionen gegen Russland und Weißrussland nach der russischen Invasion in der Ukraine sowie von Russland verhängte Exportbeschränkungen haben einen großen Teil der internationalen Düngemittelversorgung zum Erliegen gebracht.
Darüber hinaus haben die G7 und die EU ihre Unterstützung für den Plan der Vereinten Nationen bekundet, eine globale Krisenreaktionsgruppe für Ernährung, Energie und Finanzierung einzurichten.
Das geopolitische Umfeld hat sich durch den russischen Krieg gegen die Ukraine grundlegend verändert. In Kombination mit der russischen Blockade ukrainischen Getreides steht die Welt vor einer sich verschlechternden Ernährungssicherheit und Unterernährung. Dies geschieht in einer Zeit, in der 43 Millionen Menschen nur einen Schritt von der Hungersnot entfernt waren, so die Einschätzung der G7 und der EU.

