Am Freitag haben weitere drei Schiffe mit Getreide den ukrainischen Hafen Odessa verlassen. Ihre Abfahrt folgt auf die erfolgreiche Inspektion in Istanbul des ersten Getreideschiffs, das Anfang dieser Woche die Ukraine seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar verlassen hatte.
Das erste Schiff wurde von Russland, der Ukraine, der Türkei und den Vereinten Nationen inspiziert, um sicherzustellen, dass alles gemäß der Vereinbarung ablief. Nach der Inspektion erhielt das Schiff grünes Licht, seine Reise zum Endziel Libanon fortzusetzen.
Trotz der beginnenden Wiederaufnahme des Getreideexports über ukrainische Schwarzmeerhäfen möchte die Europäische Union an ihrem Plan für alternative Frachtrouten festhalten. Diese anderen Routen bleiben laut Brüssel vorerst notwendig, da der Export nicht sofort wieder die frühere Stärke erreichen wird.
Der Export von Agrarprodukten über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen war monatelang durch den russischen Angriffskrieg blockiert. Aus diesem Grund startete die Europäische Kommission im Frühjahr eine Initiative zur Entwicklung alternativer logistischer Routen über EU-Länder.
Jede exportierte Tonne zählt, und durch die Erweiterung des europäischen Transportsystems kann die EU dazu beitragen, die Lebensmittelversorgung zu sichern. EU-Kommissarin Adina Vălean räumte jedoch ein, dass „noch Verbesserungsbedarf besteht“. Es gibt nicht genügend Güterwagen und Binnenschiffe, und es wird mehr Kapazität für die Zwischenlagerung ukrainischer Exporte benötigt.
Nach Angaben der Brüsseler Behörden wurden vor allem die Transportrouten zu Häfen in Rumänien und Polen intensiv genutzt. Die größte Hoffnung ruht derzeit auf der jüngsten Vereinbarung zwischen den Vereinten Nationen und der Türkei, die es ermöglichen soll, den regulären ukrainischen Agrarexport über das Schwarze Meer wieder aufzunehmen.

