Bald werden mehr Pflaumen, Trauben und andere landwirtschaftliche Produkte aus Moldawien ohne Zolltarife in die europäischen Märkte kommen. Die Europäische Kommission wird einen verbesserten Marktzugang für Produkte aus Moldawien ermöglichen, die bisher noch unter EU-Zollkontingente fielen. Die Befreiung entspricht jener, die bereits für Ukraine gewährt wurde.
Damit will Brüssel Moldawien helfen, den wirtschaftlichen Folgen des russischen Krieges gegen das Nachbarland Ukraine zu begegnen. Moldawien liegt an der Nordostseite des Balkans. Seit der Unabhängigkeit des Landes Anfang der 1990er Jahre ist ein östlicher Streifen des Landes (Transnistrien) im Grenzgebiet zur Ukraine von russischen Truppen besetzt.
Manche Beobachter befürchten, dass Russland, nach möglicher Eroberung der ukrainischen Südküste, einen weiteren militärischen Vorstoß Richtung Westeuropa über Transnistrien und Moldawien planen könnte.
Moldawien profitiert seit einigen Jahren von einem Assoziierungsabkommen mit der EU, aber bislang galten diese Vorteile nicht für sieben landwirtschaftliche Produkte. Die vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen Pflaumen, Tafeltrauben, Äpfel, Tomaten, Knoblauch, Kirschen und Traubensaft.
Die Verordnung verdoppelt den EU-Import – für die Dauer eines Jahres – dieser Produkte. Die potenziell zollfreien Mengen werden nun etwa 55 Millionen Euro wert sein, davon etwa 10 Millionen Euro für Pflaumen und 27 Millionen Euro für Tafeltrauben.
Zusammen mit einem besseren Zugang zum Straßentransport innerhalb der EU (über den derzeit zwischen Moldawien und der EU verhandelt wird), soll die Liberalisierung den Export moldawischer Produkte in und durch die EU erleichtern.
Darüber hinaus ist die EU offen für Diskussionen über weitere beiderseitige Liberalisierungen, durch die EU und Moldawien einen weiteren Schritt in Richtung vollständiger Handelsliberalisierung gehen würden.
Der Vorschlag muss nun vom Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union genehmigt werden, voraussichtlich bereits im Juli.

