Während einer Beratung mit den Regierungschefs von Litauen, Lettland und Estland warnte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass die jüngsten Vorfälle in den Ostseerepubliken keine Einzelfälle seien. Ihrer Ansicht nach versucht Russland, die europäischen Demokratien durch Druck, Drohungen und Störungen zu destabilisieren.
Die Ostseeländer hatten in den letzten Monaten öfter mit Drohnenalarmen zu kämpfen. In Vilnius mussten die Einwohner zuletzt erstmals seit Beginn des Krieges in der Ukraine in Bunkern Schutz suchen. Schulen wurden vorübergehend geschlossen und der öffentliche Nahverkehr unterbrochen.
Schwachstellen
Von der Leyen räumte ein, dass die Ereignisse Schwachstellen in der europäischen Verteidigung offenbart haben. Die EU will deshalb schneller in Luftverteidigung, Anti-Drohnen-Systeme und eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Ländern an der Ostgrenze investieren.
Promotion
Warnsysteme sollen zudem besser aufeinander abgestimmt werden. Die europäischen Länder möchten Informationen schneller austauschen und enger mit der NATO zusammenarbeiten, um Sicherheitslücken im Luftraum zu erkennen.
Weitere Drohungen
Die Europäische Kommission kündigte zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Baltische Region an. Dabei handelt es sich um Milliardenbeträge für Verteidigung, Grenzschutz und den Schutz kritischer Infrastruktur.
Die Spannungen stiegen weiter, nachdem Russland mit neuen "systematischen Angriffen" auf Kiew gedroht hatte. Ausländische Diplomaten wurden aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. Mehrere europäische Länder reagierten empört auf diese Warnungen.
Ziele sind Zivilisten
Dutzende europäische Länder, darunter Polen, Deutschland, Norwegen und die Europäische Union, riefen russische Diplomaten zu Protesten gegen die Drohungen und Angriffe auf zivile Ziele zusammen. Europäische Regierungen betonten, dass Beschüsse von Wohnvierteln, ziviler Infrastruktur und diplomatischen Vertretungen unannehmbar sind.
Bei einem großen russischen Angriff auf Kiew kamen nach Angaben ukrainischer Behörden mehrere Menschen ums Leben, und Dutzende wurden verletzt. Wohngebäude, kulturelle Einrichtungen und Regierungsgebäude wurden beschädigt. Während des Angriffs verbrachten viele Einwohner mehrere Stunden in Luftschutzbunkern.
Intimidation
Trotz der russischen Drohungen hat die Europäische Union erklärt, ihre diplomatische Präsenz in Kiew nicht zu reduzieren. Europäische Führungspersönlichkeiten betonen, dass Einschüchterung und Eskalation ihre Unterstützung für die Ukraine nicht verändern werden.

