Während europäische Landwirte auf die Auswirkungen eines möglichen britisch-europäischen Handelsabkommens warten, sehen sie sich im kommenden Jahr auch mit dem Mercosur-Handelsabkommen mit vier südamerikanischen Ländern konfrontiert.
Dieses Abkommen gewährt dem größten Handelsblock Südamerikas bevorzugten Zugang zu europäischen Märkten, möglicherweise zum Nachteil europäischer Landwirte und Lebensmittelzulieferer.
Das Handelsabkommen wird im kommenden Frühjahr den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament zur Genehmigung vorgelegt. Während Portugal sich darauf vorbereitet, ab dem 1. Januar den rotierenden Vorsitz der EU zu übernehmen, wird von den portugiesischen Führungskräften erwartet, dass sie dafür sorgen, dass das Mercosur-Abkommen verabschiedet wird.
Länder wie Spanien, Italien, Portugal und Schweden wollen das Abkommen billigen, während Frankreich entschieden dagegen ist und die Niederlande sowie Irland erhebliche Bedenken haben. Besonders die Zulassung (und Mitwirkung) daran, dass in Südamerika große Teile des Urwalds abgebrannt werden, um mehr landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen, führt zu Protesten sowohl von Umweltbewegungen als auch von europäischen Landwirten. Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay würden auf diese Weise „das Klima zerstören“.
Während der Sitzung des Landwirtschaftsrats im November äußerten Landwirtschaftsminister aus Österreich, Bulgarien, Litauen, Luxemburg, Rumänien und der Slowakei ebenfalls ihren Widerstand gegen das Mercosur-Abkommen aus Nachhaltigkeitsgründen, wobei der österreichische Landwirtschaftsminister erklärte, dass „die höchsten Umwelt- und Schutzstandards nicht verhandelbar sind“. „Es kann nicht sein, dass das Abkommen zu weiterer Abholzung von Teilen des Regenwaldes führt.“
Frankreich war das erste Land, das warnte, dass das Mercosur-Abkommen aufgrund der raschen Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien und der mangelnden Achtung des Pariser Klimaabkommens nicht ratifiziert werden könne.
Es wird erwartet, dass die EU-Befürworter ihre Unterstützung für das Mercosur-Abkommen verstärken, indem sie dem Vertrag ein System zur Umweltüberwachung hinzufügen.
Neun EU-Mitgliedstaaten (Tschechien, Dänemark, Estland, Spanien, Finnland, Italien, Lettland, Portugal und Schweden) haben dem EU-Handelskommissar Dombrovskis geschrieben, dass „die Nicht-Ratifizierung des Abkommens nicht nur Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit der EU als Verhandlungs- und geopolitischer Partner hat, sondern auch die Position anderer Konkurrenten in der Region stärken wird“. Dombrovskis hat inzwischen mit Mercosur vereinbart, über zusätzliche Umweltfreundlichkeit zu verhandeln.

