Die Europäische Kommission fordert eine schnelle Wiedergutmachung; griechische Landwirte und auszahlende Stellen spüren bereits die Folgen.
In Lettland drehte sich der Betrug um Projekte zur Entwicklung des ländlichen Raums. Ein Unternehmen leitete mehr als neun Tonnen EU- und Staatsmittel über Scheinausschreibungen mit verbundenen Unternehmen und gefälschten Dokumenten ab. Die veruntreuten Beträge wurden bei der lettischen ländlichen Dienststelle zurückgezahlt. Der Täter und das Unternehmen sind für drei Jahre von Projektaufrufen ausgeschlossen worden und erhielten Geldstrafen.
Nach Angaben der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) bestand der Missbrauch in Rumänien darin, fälschlicherweise Subventionen für Weideland zu beanspruchen. Ein Schafzüchter organisierte Pachtverträge und Anmeldungen auf Namen von Familienmitgliedern und eines eigenen Unternehmens, während Beamte der nationalen Auszahlungsorganisation halfen, nicht bewertete Flächen, überbewertete Flächengrößen und sogar bewaldete Flächen als förderfähig zu deklarieren. Es wurden Millionen Euro gesichert und Vermögenswerte beschlagnahmt.
Die europäische Justiz zeichnet in beiden Fällen ein festes Muster: Betrug mit EU-Landwirtschaftsmitteln durch falsche oder irreführende Ausschreibungen, künstlich aufgeblasene Forderungen und Missbrauch von Kontrollsystemen. In Lettland führte dies bereits zu einer endgültigen Verurteilung; in Rumänien wurde Anklage erhoben und Beschlagnahmungen vorgenommen.
In Griechenland sind die Konsequenzen inzwischen spürbar. Auszahlungen an Landwirte verzögerten sich monatelang, was Hunderte Millionen Euro aufhält und Liquiditätsprobleme verursacht. Die Reform der Auszahlungsstelle OPEKEPE wurde beschleunigt; Aufgaben werden bei der griechischen Steuerbehörde zusammengeführt, mit umfangreicheren Kontrollen vor der Auszahlung. Gleichzeitig warnt Brüssel, dass Subventionen ausgesetzt werden könnten, wenn Mängel nicht rechtzeitig behoben werden.
Zusätzlich greift die europäische Justiz in einzelnen griechischen Akten ein. Vermögenswerte der Beteiligten wurden eingefroren und Untersuchungen zu groß angelegten Unregelmäßigkeiten laufen weiter. Solche Maßnahmen sollen verhindern, dass zu Unrecht ausgezahlte EU-Subventionen verloren gehen. Bauernorganisationen betonen, dass rechtmäßige Empfänger schneller Klarheit und Zahlung benötigen.
Die Europäische Kommission gibt Griechenland einen engen Zeitplan vor. Kernpunkt ist, dass Brüssel sich nicht länger mit Stichproben und papierhaften Kontrollen zufriedengibt. Eine vollständige Überprüfung von Eigentum, Nutzung und Geschäftstätigkeiten muss Standard werden, bevor Geld ausgezahlt wird.
Das betrifft nicht nur Griechenland: Die lettischen und rumänischen Fälle zeigen, dass Betrug mit EU-Landwirtschaftsgeldern sich lohnt, solange die nationale Ausschreibung und Registrierung angreifbar sind.

