Der europäische Butterindex verzeichnete am 18. September einen historischen Tag, als die Schwelle von 8.000 Euro pro Tonne Butter durchbrochen wurde. Die europäischen Käse- und Butterpreise übertreffen damit weiterhin den Rest der Welt. Die EU-Käsepreise lagen letzte Woche durchschnittlich bei 2,63 Dollar pro Pfund, verglichen mit dem neuseeländischen Preis von 2,09 Dollar und dem US-amerikanischen Preis von 2,13 Dollar pro Pfund.
Der Zusammenhang zwischen den steigenden Butterpreisen und der sinkenden Milchproduktion ist deutlich. Das Blauzungenvirus, das sich schnell in Europa ausbreitet, ist eine wichtige Ursache für die geringeren Milchmengen. Milchviehhalter in den betroffenen Ländern können die Nachfrage nach Milch nicht decken, was die Preise für Milchprodukte, einschließlich Butter, ansteigen lässt. Darüber hinaus sorgen die steigenden Kosten für Tierfutter, Energie und Transport für zusätzlichen Druck auf die Molkereibranche, was die Preise weiter nach oben treibt.
In Deutschland wurde im Juli ein Rückgang der Milchanlieferung um 1,5 % verzeichnet. Zudem tragen die steigenden Kosten für Tierfutter, Energie und Transport zu den höheren Milchpreisen bei. Auch in Österreich werden Rekordpreise für Butter notiert. Dort liegt der Preis für ein Stück Butter sogar höher als in Deutschland.
Frankreich verzeichnet ebenfalls einen starken Anstieg der Butterpreise. Im September 2024 erreichte der Großhandelspreis für Butter einen Rekordwert von 8.180 Euro pro Tonne, was fast doppelt so hoch ist wie die 4.260 Euro ein Jahr zuvor.
In den Niederlanden und Belgien ist die Lage vergleichbar. Die Milchproduktion in den Niederlanden erreichte im August 2024 das niedrigste Niveau der letzten zehn Jahre, und im Juli lag die Produktion bereits 3,2 % unter dem Vorjahreswert. Auch in Belgien wurde ein Rückgang der Milchproduktion gemeldet.
Es wird erwartet, dass die Butterpreise vorerst hoch bleiben, während das Angebot begrenzt bleibt und die Nachfrage nach Milchprodukten unvermindert groß ist. In ganz Europa wird die Entwicklung des Blauzungenvirus und dessen Auswirkungen auf die Milchproduktion und die Preise für Milchprodukte mit Sorge beobachtet.

