Nach Angaben der Europäischen Kommission hat das Unternehmen nicht ausreichend verhindert, dass gefährliche und illegale Produkte über die Plattform zu den Verbrauchern gelangen. Die EU-Regeln verpflichten Unternehmen, die Risiken für Verbraucher im Vorfeld zu analysieren und Maßnahmen zu ergreifen, um Probleme zu verhindern.
Der Kommission zufolge hat Temu die Risiken der über die Plattform angebotenen Produkte nicht sorgfältig genug geprüft. Dadurch konnten Verbraucher Artikeln ausgesetzt werden, die nicht den Sicherheitsvorschriften entsprachen.
Bei der Untersuchung wurden Testkäufe durchgeführt. Dabei wurden Produkte über die Plattform bestellt und anschließend auf mögliche Sicherheitsprobleme untersucht.
Promotion
Unsicheres Spielzeug
Aus diesen Kontrollen ging hervor, dass verschiedene Ladegeräte nicht den grundlegenden Anforderungen an die elektrische Sicherheit entsprachen. Auch bei Spielzeug, das über die Plattform verkauft wurde, wurden Sicherheitsprobleme festgestellt.
Ein Teil des untersuchten Spielzeugs enthielt chemische Stoffe über den zulässigen gesetzlichen Grenzwerten. Darüber hinaus enthielten einige Produkte kleine lose Teile, die eine Erstickungsgefahr darstellen konnten.
Die Europäische Kommission kam zu dem Schluss, dass Temu diese Risiken nicht ausreichend überwacht hatte und nicht genug getan hatte, um Verbraucher davor zu schützen. Dies war der Hauptgrund für die Sanktion.
Sanierungsplan
Neben der Geldstrafe muss Temu einen Plan vorlegen, um die festgestellten Mängel zu beheben. Die Kommission wird dann bewerten, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichend sind, um die Probleme zu beheben. Temu hat mitgeteilt, dass es mit der Entscheidung nicht einverstanden ist. Das Unternehmen bezeichnet die Strafe als unverhältnismäßig und prüft weitere Schritte.
Es handelt sich um eine der höchsten Geldstrafen, die die EU bisher auf Grundlage des europäischen DSA-Internetgesetzes verhängt hat. Zuvor hat die EU hohe Strafen für amerikanische Tech-Unternehmen und deren Social-Media-Plattformen (wie Twitter und Facebook) angedroht, die daraufhin ihre Algorithmen und Nutzungsregeln angepasst haben.

