Schon vor vier Jahren hatte die Europäische Kommission diesbezüglich eine Einigung mit der Regierung in Wellington erzielt.
Das Hauptmerkmal ist, dass gegenseitig fast alle Einfuhrzölle auf Exportprodukte deutlich reduziert und mittelfristig vollständig abgeschafft werden. Das Handelsabkommen weist viele Gemeinsamkeiten mit Nordamerika (Nafta) und Südamerika (Mercosur) sowie dem sich in Vorbereitung befindlichen Abkommen mit Australien auf.
Das Abkommen wird erst in Kraft treten, wenn das Europäische Parlament zugestimmt hat und auch das Parlament von Neuseeland die dazugehörigen Gesetze verabschiedet hat. Der neuseeländische Chefunterhändler Vangelis Vitalis warnt jedoch, dass die Ratifizierung einen erheblichen politischen Überzeugungseinsatz erfordern wird.
„Es ist keineswegs eine ausgemachte Sache, und wenn man sich die Reaktionen sowohl der neuseeländischen als auch der europäischen Milchwirtschaft ansieht, erkennt man bereits, dass sie ihre Kräfte sammeln, um sich gegen dieses Abkommen zu wehren.“
Europäische Landwirte bleiben mit dem Abkommen unzufrieden und behaupten, dass es den neuseeländischen Bauern zu viel Zugang zum europäischen Markt verschaffen werde. Rotes Fleisch und Milchprodukte erhalten von Anfang an einen Nachlass von 120 Millionen Dollar auf ihre jährlichen Abgaben, der innerhalb von sieben Jahren auf über 600 Millionen Dollar ansteigt.
Der Handelsausschuss des Europäischen Parlaments tendiert dazu, das Abkommen zu genehmigen, jedoch gibt es von Seiten des Agrarausschusses Bedenken. Der Handelszweig innerhalb der EU ist für diese Angelegenheit zuständig, wobei der Agrarzweig beratend tätig ist. Die Handelsminister haben nun den Weg für das Ratifizierungsverfahren freigemacht.
Generalsekretär Pekka Pesonen der europäischen Dachorganisation der Agrarverbände Copa-Cosega erklärte vor dem Ausschuss, dass „schmerzhafte Kompromisse“ bei „sensiblen“ Sektoren wie Fleisch und Milchprodukten eingegangen wurden. „Derzeit steht die Agrarbranche in der EU von allen Seiten unter großem Druck, und es wird eine echte Herausforderung, weiterhin offen für Verfahren bei weiteren Handelsabkommen zu bleiben“, so Pesonen.

