Britische Schweinezüchter haben begonnen, gesunde Schweine zu schlachten, da in den Schlachthöfen nicht genügend Schlachtungskapazitäten vorhanden sind, und einige britische Milchviehhalter müssen ihre Milch vergießen, weil diese nicht abgeholt wird.
Etwa 600 Schweine wurden laut Zoe Davies, der Direktorin der National Pigs Association, auf Bauernhöfen im ganzen Land getötet. Sie sagte, dass das Töten auf einer „Handvoll“ von Bauernhöfen begonnen habe.
Schweinezüchter warnen seit einigen Wochen, dass Personalmangel in den Schlachthöfen zu einem Rückstau von bis zu 120.000 Schweinen geführt hat, die auf den Höfen bleiben müssen, wo immer weniger Platz verfügbar ist.
Die Fleischindustrie kämpft mit Arbeitskräftemangel infolge des Weggangs ausländischer Leiharbeiter nach dem Brexit und der Corona-Pandemie, während ein Mangel an Zustellern und Fahrern die Transportketten beeinträchtigt hat.
Brittische Milchviehhalter mussten in der vergangenen Woche zehntausende Kilogramm Milch vernichten, weil es an LKW-Transport fehlte. Schätzungen zufolge fehlen der Transportbranche derzeit etwa 100.000 Fahrer.
Ein Milchviehhalter in Mittelengland musste in den letzten zwei Monaten 40.000 Kilogramm Milch vernichten, da keine Fahrer vorhanden waren, um sie abzuholen. Dies liegt vor allem daran, dass viele Trucker nach dem Brexit auf den europäischen Kontinent zurückgekehrt sind.
Das Vereinigte Königreich produziert jährlich 15,3 Milliarden Kilogramm Milch. Nur ein Drittel der britischen Milchviehhalter arbeitet fünf Jahre oder länger auf einem Bauernhof. Wenig Briten bewerben sich um eine Stelle auf einem Bauernhof. 42,1 Prozent der Milchviehbetriebe sind deshalb noch immer auf Arbeitskräfte aus der EU angewiesen, geht aus einer aktuellen Untersuchung der Royal Association of British Dairy Farmers hervor.

