Die meisten Europäer sind bereit, ihre Essgewohnheiten anzupassen, sofern es nicht zu teuer ist. Insekten oder Laborlebensmittel wecken kaum Appetit, aber Veggie-Burger, Linsen und Bohnen werden breit als Alternativen akzeptiert.
Eine gemeinsame Umfrage der Verbraucherverbände in zwölf EU-Ländern zeigt, dass die Corona-Krise die Sichtweise auf Lebensmittel und Ernährung in den europäischen Ländern verändert. Es bleibt jedoch die Frage, inwieweit der Trend anhält, öfter zu Hause zu kochen oder mehr regional zu kaufen. Darauf sollten die politischen Entscheidungsträger laut der Verbraucherorganisation BEUC reagieren.
Zwei von drei Befragten sind aus Umweltgründen bereit, ihre Essgewohnheiten zu ändern. Es gibt jedoch Hindernisse, die sie bisher davon abhalten. Der Preis ist das wichtigste Hindernis, das Verbraucher bei nachhaltigeren Lebensmitteln anführen, ebenso wie fehlende Informationen.
Etwas mehr als vier von zehn Menschen haben aus Umweltgründen aufgehört, rotes Fleisch zu essen, wie die Untersuchung der Verbraucherverbände in elf EU-Ländern, darunter Niederlande, zeigt. Viele der 11.000 Befragten sind bereit, mehr saisonales Obst und Gemüse zu kaufen und öfter vegetarisch zu essen, sofern es nicht zu teuer ist. Weniger Milchprodukte zu konsumieren bleibt dagegen schwierig. Viele Menschen unterschätzen auch die Auswirkungen ihrer eigenen Essgewohnheiten auf Umwelt und Klima, so eine weitere Erkenntnis.
Den Forschern zufolge sind Verbraucher auf der Suche nach besseren Informationen auf Lebensmittelkennzeichnungen und nach nachhaltigeren Optionen. Regierungen, Lebensmittelhersteller und Einzelhändler könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Preisgestaltung und Marketing spielen laut den Verbraucherverbänden weiterhin eine Hauptrolle beim täglichen Konsummuster, doch neben Geschmack und Preis gewinnen Umwelt- und Klimafaktoren bei der Lebensmittelauswahl immer mehr an Bedeutung.

