Von der zuvor angekündigten strategischen landwirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika kommt vorerst nicht viel zustande. Dies wurde aus einer Erläuterung deutlich, die Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski den EU-Ministerinnen und Ministern auf ihrem zweitägigen Gipfeltreffen in Luxemburg gegeben hat.
Wojciechowski führte letzte Woche im Rahmen der vierten Ministerkonferenz zwischen der EU und der Afrikanischen Union ein Videotreffen durch, gemeinsam mit dem spanischen Minister Luis Planas. Letzterer sagte, dass die Europäische Union die Zusammenarbeit mit Afrika im Bereich Landwirtschaft intensivieren wolle.
Diese Strategie war von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu Beginn ihrer Kommission angekündigt worden. Laut der Strategie sollen die EU und Afrika ihre Kräfte bündeln, um das UN-Ziel der Beseitigung des weltweiten Hungers zu erreichen und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.
Die Strategie sieht außerdem den Export von europäischem Fachwissen und Technologie vor, mit denen afrikanische Länder ihre eigene Nahrungsmittelproduktion und landwirtschaftliche Verwaltung verbessern können. In den letzten Jahren sind niederländische Gewächshausbauer in nordafrikanischen Ländern aktiv, und die WUR sowie andere Forschungseinrichtungen führen bereits wissenschaftliche Untersuchungen durch.
Das Jahr 2020 hätte entscheidend für die Beziehungen zwischen der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU) sein sollen. Die Strategie sollte auf dem nächsten AU-EU-Gipfel diskutiert werden. Dieser dreijährliche Gipfel war für den Herbst 2020 geplant, wurde jedoch wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben.
Portugal, das im ersten Halbjahr 2021 die EU-Ratspräsidentschaft innehatte, versprach, die Zusammenarbeit mit Afrika zu intensivieren, unternahm jedoch ansonsten nichts. Der Gipfel ist noch immer nicht terminiert, und die Zuständigkeit liegt nun bei Slowenien, das am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Doch auf Sloweniens „Einkaufsliste“ steht das Wort „Afrika“ nicht.
Wahrscheinlich wird Frankreich, das 2022 für ein halbes Jahr EU-Präsident sein wird, die landwirtschaftlichen Beziehungen zu Afrika noch vertiefen. Frankreich pflegt traditionell gute Beziehungen zu den französischsprachigen ehemaligen Kolonien in Ostafrika und verfügt dort über ein umfangreiches diplomatisches Netzwerk.
Bekannt ist jedoch auch, dass die französischen Landwirte überhaupt nichts von Importen afrikanischer Agrarprodukte halten und bei diversen europäischen Handelsabkommen wenig Interesse zeigen. Zudem ist 2022 auch das Jahr, in dem der französische Präsident Macron erneut gewählt werden möchte.

