Lebensmittel in den Ländern der Europäischen Union sind im vergangenen Jahr um 10,3 Prozent teurer geworden. Laut aktuellen Zahlen von Eurostat steigen die Lebensmittelpreise schneller als die allgemeine Inflation. Im letzten Jahr entfielen die Ausgaben für Lebensmittel auf 12,5 % der gesamten Konsumausgaben.
Dadurch geben EU-Bürger im Verhältnis mehr für Lebensmittel aus als vor einem Jahr. In ganz Europa steigen die Preise, aber Frankreich erlebt die höchste Inflation seit Mitte der 1990er Jahre. Im Mai erreichte die Inflationsrate der Verbraucherpreise innerhalb der Eurozone einen durchschnittlichen Rekordwert von 8,1 Prozent, mit Spitzenwerten von bis zu 20 % in Estland.
Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) bereits beschlossen hat, die Zinsen zu erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen, deuten die jüngsten Prognosen darauf hin, dass die Preise auch im restlichen Jahr weiter steigen werden. Für Familien in ganz Europa haben höhere Lebensmittelrechnungen bereits Auswirkungen auf ihre Entscheidungen im Supermarkt.
Weltweit sorgen die Folgen des Krieges in der Ukraine und die steigenden Kraftstoffpreise für zunehmende Sorgen um die Ernährungssicherheit. Und obwohl Europa keine Lebensmittelknappheit hat, beginnen Verbraucher dennoch, ihre Einkaufsgewohnheiten zu ändern.
Die mit Abstand höchsten Preiserhöhungen gab es im vergangenen Jahr bei „Öle und Fette“ (+27,8 %), gefolgt von „Getreide und Brot“ (+10,0 %) sowie „Milch, Käse und Eier“ (+11,6 %). „Fleisch“ (+11,4 %) und „Obst“ (+4,3 %) waren die weiteren Indikatoren.
Bei den ausgewählten landwirtschaftlichen Erzeugnissen stellte Eurostat erneut die größten Preissteigerungen beim Getreide fest. Gerste (+77 %), Mehl (+76 %) und Hartweizen (+71 %) führten hier die Entwicklung an. Auch bei Milchprodukten wie Butter (+72 %) und Magermilchpulver (+57 %) waren die Preisanstiege hoch.
Die Preise für Rindfleisch und Huhn sind im vergangenen Jahr um etwa 30 % gestiegen. Der niedrigste Prozentsatz wurde bei Schweinefleisch (+17 %) und Zucker (+12 %) verzeichnet.

