Die EU-Kommissarin für Erweiterung, Marta Kos, lobte die Fortschritte, die insbesondere Montenegro und Albanien erzielt haben. Ihrer Aussage zufolge haben alle Anführer des Westlichen Balkans bei dem jüngsten EU-Westbalkan-Gipfel in Tivat (Montenegro) eindeutig bekundet, dass der EU-Kurs ihre strategische Priorität ist.
Während der Debatte im Europaparlament unterstützten die Europaabgeordneten die Beitrittsperspektiven der Kandidatenländer, insbesondere Montenegro und Albanien, betonten aber auch die anhaltenden Probleme und Herausforderungen in jedem dieser Länder.
Strengere Prüfung
Die Europäische Union arbeitet derzeit an neuen Regeln für künftige Mitgliedstaaten. Diese sollen gewährleisten, dass diese auch nach ihrem Beitritt weiterhin die Vereinbarungen zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und anderen europäischen Bestimmungen einhalten.
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Diese Regeln können dazu führen, dass neue EU-Länder über einen längeren Zeitraum weniger Einfluss auf bestimmte wichtige Entscheidungen innerhalb der Europäischen Union haben. In den Vorschlägen werden Zeiträume von fünf, zehn oder fünfzehn Jahren genannt.
Ukraine
Die Pläne für die Kandidatenländer fallen mit den bereits gestarteten Verhandlungen mit der Ukraine und Moldawien zusammen. Die Ukraine hat genügend Reformen durchgeführt, um schnell zugelassen zu werden. Präsident Selenskyj ist der Ansicht, dass dies bereits ab dem kommenden Jahr geschehen sollte, doch in einigen EU-Ländern bestehen noch Zweifel daran.
Montenegro
Nicht alle Kandidatenländer machen denselben Fortschritt. Montenegro wird in der aktuellen Bewertung als der Kandidat angesehen, der am weitesten vorangeschritten ist. Das Land arbeitet weiter an der Beendigung der Verhandlungen und äußert die Ambition, in den kommenden Jahren der Europäischen Union beizutreten.
Für andere Kandidaten bleiben Reformen eine Stolperfalle. Bei Georgien wird der Fortschritt von Verbesserungen im Bereich Demokratie abhängig gemacht. Für die Türkei gilt ebenfalls, dass der Beitrittsprozess nicht vorankommt, solange Reformen im Bereich Rechtsstaatlichkeit, grundlegende Freiheiten und Menschenrechte ausbleiben. Gleichzeitig wird die Türkei jedoch als strategisch wichtiger Partner (sprich: militärisch, NATO-Mitglied) der Europäischen Union betrachtet.

