Ein erheblicher Teil der spanischen Exportzertifikate ist vorübergehend blockiert. Mehr als hundert der etwa vierhundert Zertifikate sind nicht verwendbar. Damit betrifft der Ausbruch der tödlichen Tierseuche vor allem den Export nach China und Dutzende andere Länder außerhalb der Europäischen Union.
Der Handel innerhalb der EU kann größtenteils fortgesetzt werden, doch Lieferungen aus der betroffenen nordöstlichen spanischen Provinz werden eingeschränkt. Die spanische Provinz beherbergt einen großen Teil der Betriebe und Schlachthöfe und spielt eine entscheidende Rolle in der nationalen Fleisch- und Lebensmittelproduktion. Dadurch sind spanische Unternehmen, die auf Märkte außerhalb der EU angewiesen sind, direkt von der Aussetzung betroffen.
Spanien ist ein großer Akteur in der europäischen Schweineproduktion. Das Land ist einer der wichtigsten Produzenten innerhalb der EU und exportiert in über hundert Länder weltweit. Der Sektor stellt somit einen wichtigen Teil der spanischen Lebensmittelindustrie und der Agrarwirtschaft dar.
Die ersten Infektionen wurden bei zwei toten Wildschweinen in der Nähe von Barcelona festgestellt. Dies führte zur sofortigen Aktivierung nationaler Maßnahmen. Die Tierseuche wurde damit erstmals seit etwa drei Jahrzehnten wieder in Spanien nachgewiesen.
Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen nicht gefährlich, jedoch ernsthaft für Schweine und Wildschweine. Das Virus verursacht hohe Sterblichkeit und führt bei Nachweis von Infektionen, wie jetzt in Katalonien, zu strengen Handelsbeschränkungen.
In den vergangenen Jahren tritt die Krankheit vor allem im Osten und Südosten der Europäischen Union auf, insbesondere in Polen, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei. Vor einigen Jahren kam es in Deutschland zu einem nahezu vollständigen Stillstand des Schweinefleischexports nach China.

