Mehrere europäische Länder arbeiten bereits an eigenen Einschränkungen. Die Niederlande und Spanien wollen hingegen verhindern, dass unterschiedliche nationale Regelungen entstehen. Sie plädieren für einen harmonisierten Ansatz auf europäischer Ebene, bei dem eine Altersgrenze auch tatsächlich durchgesetzt werden kann.
Auch aus Brüssel werden neue Schritte erwartet. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird nächste Woche Vorschläge vorlegen, um Kinder besser vor Online-Risiken zu schützen. Ein Beratungsausschuss der Kommission hat empfohlen, die eigenständige Nutzung sozialer Medien unter dreizehn Jahren zu verbieten.
Süchtig machend
Gleichzeitig behandelt das Europäische Parlament einen Bericht über den Einfluss sozialer Medien und der Online-Umgebung auf Jugendliche. Berichterstatter Sandro Ruotolo stellt die Akten am Dienstag in Straßburg vor. Das Parlament fordert, dass Anbieter und Plattformen mehr tun, um Kinder und Jugendliche online zu schützen.
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Die Sorgen gehen über das Alter hinaus, ab dem Kinder soziale Medien nutzen dürfen. Thematisiert werden schädliche Inhalte, süchtig machendes Design und Techniken, die Jugendliche länger online halten. Auch Video-Plattformen wie TikTok, Online-Spiele und KI-Dienste werden in verschiedenen Vorschlägen einbezogen.
EU-Alters-App
Eine europäische Altersgrenze erfordert eine verlässliche Kontrolle. Die Europäische Kommission hat Meta bereits darauf hingewiesen, dass Kinder unter dreizehn Jahren die bestehende Grenze leicht umgehen können, indem sie bei der Registrierung ein falsches Geburtsdatum angeben. Meta erklärt, in bessere Kontrollen zu investieren. Die Kommission hat inzwischen auch selbst Software zur Alterskontrolle vorgestellt.
IT-Techniker der Europäischen Kommission haben Anfang dieses Jahres eine App entwickelt, mit der das Alter der Nutzer auf Mobiltelefonen überprüft werden kann. Nutzer müssen sich einmalig mit einer Kopie ihres Reisepasses oder eines anderen offiziellen Dokuments ausweisen und registrieren. Damit nimmt die EU die anfänglichen Bedenken der Anbieter, dass eine Altersgrenze nicht kontrollierbar sei, weg.
Technologiekonzerne
Eine Altersgrenze gilt zudem nicht als ausreichend. Die Niederlande und Spanien wollen zusätzliche Maßnahmen gegen schädliche und süchtig machende Anwendungen. Auch das Europäische Parlament konzentriert sich auf Techniken wie automatisch abgespielte Videos, endloses Scrollen und Bestandteile von Online-Spielen, die Kinder dazu verleiten können, Geld auszugeben.
Damit steigt auch die Verantwortung der großen amerikanischen Technologieunternehmen. Plattformen müssen ihre Dienste so gestalten, dass Kinder weniger schädlichen Inhalten und manipulativen Techniken ausgesetzt sind. Die genaue europäische Regelung steht damit noch nicht fest.

