Der Festgenommene ist Oleksandr Bohuslaiev, Sohn von Viacheslav Bohuslaiev, dem ehemaligen Präsidenten von Motor Sich, einem ukrainischen Hersteller unter anderem von Flugzeugmotoren. Ihm wird vorgeworfen, Millionen Euro aus dem Unternehmen veruntreut zu haben. Damit soll er Luxusimmobilien in Monaco und an der französischen Riviera gekauft haben.
Oleksandr Bohuslaiev wird vorläufig in Monaco festgehalten, während auf einen möglichen Auslieferungsantrag gewartet wird. Sein Vater sitzt seit 2022 in der Ukraine in Haft unter dem Verdacht der Zusammenarbeit mit Russland.
Nach Angaben des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) und der französischen Staatsanwaltschaft sind Vermögenswerte in Höhe von rund 57 Millionen Euro eingefroren worden. Die Ermittlungen führten zur Beschlagnahmung von Immobilien und Bankkonten in Frankreich und Monaco. Außerdem gab es Razzien an mehreren Standorten, unter anderem in der Ukraine.
Der mutmaßliche Betrug erfolgte durch buchhalterische Manipulationen innerhalb von Motor Sich. Dabei sollen unterbewertete Aktien und Machtmissbrauch durch Führungskräfte genutzt worden sein.
Der Aktienverkauf soll laut Ermittlern zu künstlich niedrigen Preisen erfolgt sein, was dem Unternehmen erheblichen Schaden zufügte. Die Gewinne aus diesen Transaktionen sollen anschließend über Auslandskonten weitergeleitet und in Immobilien in Westeuropa investiert worden sein.
Die strafrechtlichen Ermittlungen wurden durch die Zusammenarbeit von Eurojust, den ukrainischen Behörden und der französischen nationalen Finanzstaatsanwaltschaft (PNF) ermöglicht. Diese internationale Koordination führte zur Nachverfolgung von Geldflüssen über mehrere Gerichtsbarkeiten hinweg.
Eurojust berichtet, dass auch Gewinne aus illegalem Waffenhandel über Motor Sich hätten gewaschen werden können. Die Behörden vermuten, dass die Erlöse aus diesen Transaktionen Teil des investierten Kapitals in Luxusobjekte sind, wobei dieser Untersuchungsbereich noch andauert.

