Die Ergebnisse pro Land zeigen ein gemischtes Vertrauen, das hauptsächlich mit der wirtschaftlichen Lage der Agrarsektoren in diesen Ländern (Niederlande, Belgien, Frankreich, Italien, Deutschland, Ungarn und Schweden) zusammenhängt. In der Land- und Gartenwirtschaft sowie auf den Äckern spielte im letzten Jahr in vielen EU-Ländern ein langer, trockener Sommer eine wichtige Rolle.
Für die Niederlande ist das Vertrauen der Land- und Gartenwirte in ihren Betrieb leicht gesunken, während der Vertrauensindex der Milchvieh- und Geflügelhalter sich verbessert hat.
Unter den belgischen Landwirten in Flandern ist der Vertrauensindex leicht gestiegen, da die meisten Sektoren wirtschaftlich stabil geblieben sind. Nur in der flämischen Gartenwirtschaft herrschte aufgrund steigender Kosten und sinkenden Verbrauchervertrauens eine negative Stimmung.
Für Frankreich sind mehr als ein Viertel der Landwirte der Meinung, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage ihrer Betriebe schlecht ist; ein Anteil, der seit März 2022 um 5 % gesunken ist, während die wirtschaftlichen Aussichten weiter zurückgehen.
Der Vertrauensindex für Deutschland verschlechterte sich in diesem Herbst deutlich durch die Ukraine-Krise, die gestiegenen Preise für Kunstdünger und Energie sowie hohe Zinssätze für Fremdkapital. Die Investitionsbereitschaft deutscher Landwirte in nachhaltige (Wind- und Solar-)Energie nimmt zu, ebenso die Preise für Milch, Rind- und Schweinefleisch. Die Landwirte in Ungarn sind branchenübergreifend deutlich pessimistischer – selbst mit Blick auf die kommenden zwei bis drei Jahre.
Sorge um steigende Kosten untergräbt weiterhin das Vertrauen der italienischen Landwirte. Auch sie sind pessimistischer in Bezug auf die gegenwärtige und zukünftige Lage mit einem Zeithorizont von zwei bis drei Jahren. Schließlich war das Vertrauen der schwedischen Landwirte bis zum 3. Quartal 2022 stetig gesunken, doch die Stimmung beginnt nun positiver und selbstbewusster zu werden, da die Einkommen der schwedischen Landwirte steigen.

