Auf ihrer Route liegen Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und Bulgarien. Diese Länder teilen eine direkte Grenze mit Russland oder Belarus oder liegen am Schwarzen Meer und fühlen sich durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine besonders verwundbar.
Mit dieser Reise möchte Von der Leyen klarstellen, dass die Sicherheit dieser Länder auch die Sicherheit der gesamten Union ist.
Die Rundreise findet im Vorfeld ihrer jährlichen Rede zur Lage der Union statt, die sie am 10. September in Straßburg hält. In dieser Rede skizziert die Kommissionsvorsitzende die Hauptlinien der europäischen Politik für die kommenden Jahre. Die Gespräche mit den osteuropäischen Führern bieten ihr die Möglichkeit, die aktuellen Sorgen der Region in ihre Strategie einfließen zu lassen.
Von der Leyen wird mit den Regierungen über gemeinsame Maßnahmen sprechen, um die russische Bedrohung einzudämmen. Dabei geht es um die Stärkung der defensiven Zusammenarbeit und um die Abstimmung bezüglich der Unterstützung der Ukraine. Für die EU ist es wichtig zu zeigen, dass die Mitgliedsstaaten an der Außengrenze nicht allein dastehen.
In früheren Erklärungen hat Von der Leyen betont, dass der russische Präsident Putin seinen Krieg beenden und an den Verhandlungstisch zurückkehren muss. Sie verbindet diesen Appell mit dem Versprechen, dass Europa die Ukraine weiterhin unterstützen wird – mit militärischen Mitteln, wirtschaftlicher Hilfe und politischem Rückhalt.
Der Krieg in der Ukraine tobt unterdessen unvermindert weiter. Das Land drängt auf mehr internationale Unterstützung und möchte einen beschleunigten Beitritt zur Europäischen Union erreichen. Die Beitrittsgespräche mit Brüssel treten nächste Woche in eine entscheidende Phase ein, was die Dringlichkeit von Von der Leyens Besuch zusätzlich erhöht.

