Die Energieminister der EU-Länder sind der Ansicht, dass die Europäische Union früher mit der Nutzung von Gas, Öl und Kohle aufhören und schneller auf Energie aus Solarzellen und Windkraft umsteigen sollte. Die Energieminister stimmen dem Green Deal-Paket Fitfor55 von Klimakommissar Frans Timmermans zu.
Seit der russischen Invasion in Ukraine ist der Umstieg auf erneuerbare Energien noch dringlicher geworden, da die EU ihre Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aus Russland verringern will. Timmermans erklärte, dass die geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nicht nur eine Klimafrage sei, sondern durch den russischen Vormarsch in der Ukraine nun auch ein geopolitisches Eigeninteresse der EU geworden ist.
Der europäische Energieverbrauch muss in den nächsten zehn Jahren um etwa 36 % reduziert werden, es müssen schneller und mehr Windräder gebaut werden und (Flüssig-)Erdgas soll in anderen Ländern (Katar, Israel, USA) eingekauft werden.
Die Energieminister sind sich auch einig, dass die neue Energiepolitik nicht länger ein "jeder für sich" sein darf, sondern vor allem "gemeinsame Beschaffung" erfolgen muss.
Die EU-Minister sind der Meinung, dass im Jahr 2030 etwa 40 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen sollte, anstatt der bislang vorgesehenen 32 Prozent. Dabei wird auch die Produktion von Biogas durch die Landwirtschaft erneut auf die Agenda gesetzt.
Laut der Europäischen Kommission müssen Großverbraucher wie die chemische und die Lebensmittelindustrie so schnell wie möglich auf Wasserstoff umsteigen.
Die Kapazitäten für die Produktion von Wasserstoff, Biomethan und Solarenergie müssen mit hohem Tempo ausgebaut werden. EU-Kommissarin Kadri Simson (Energie) mahnte die Energieminister erneut, die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. In der EU sind schnelle und umfangreiche Investitionen in neue und umbaubare Energieinfrastruktur erforderlich.

