Die Kommission hat vorgeschlagen, dass der Boden in der gesamten EU innerhalb von 25 Jahren in gutem Zustand sein muss. Dies soll keine verbindliche Richtlinie werden, stellt aber Anforderungen an regelmäßigere Bodenqualitätsmessungen. Damit sind die meisten Länder einverstanden, weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass der Zustand des Bodens so vielfältig und unterschiedlich ist, dass kein einheitliches Kriterium dafür festgelegt werden kann, was als „verschmutzter“ Boden gilt.
Es ist auch noch nicht klar, welche Kriterien Brüssel verwenden will, um zu entscheiden, ob verschmutzter Boden „gereinigt“ werden muss und wer die Kosten dafür tragen soll. Die Ergebnisse der Bodenproben sollen von den Mitgliedstaaten in einem öffentlichen Register gespeichert werden, woraufhin Nachbarn und Bürger Schadensersatzansprüche gegen die Verursacher geltend machen können.
Ein System zur Bodenerfassung und zu Erklärungen über sauberen Boden kann nach Ansicht Brüssels auch mit Subventionen für Grundstückseigentümer, Landwirte und Gärtner kombiniert werden. Die EU zählt mehr als 3 Millionen bekannte verschmutzte Standorte, während in den letzten Jahren nicht einmal in allen EU-Ländern umfassende Bodenuntersuchungen durchgeführt wurden. Niederlande verzeichnen etwa 250.000 Orte, die möglicherweise stark verschmutzt sind.
Obwohl die Niederlande dem Vorschlag grundsätzlich zustimmen, befürchtet die Regierung praktische Folgen im Land. Auch die Kennzeichnung von schlecht leistungsfähigen Böden erscheine „unmöglich“, so die Regierung bereits in einem früheren Schreiben an das Parlament.
Naturschutzorganisationen haben die Europäische Kommission aufgefordert, bereits jetzt verbindliche Ziele zum Schutz vor weiterer Bodenerosion zu setzen. Umweltkommissar Virginius Sinkevicius erklärte jedoch, Brüssel wolle zunächst sicherstellen, dass sich die Bodenqualität nicht weiter verschlechtert; erst danach folge die Sanierung und Verbesserung.

