Die Europäische Kommission geht nicht auf den Appell der Niederlande und elf weiterer EU-Länder ein, kurzfristig die Kriterien für Freilandeier zu lockern. Aufgrund der Stallpflicht wegen der Vogelgrippe sind in vielen Ländern die Geflügelställe bereits seit 16 Wochen geschlossen.
Deshalb erfüllen ihre Eier nicht mehr das Label für Freilandeier. Die EU arbeitet jedoch langfristig an einer Impfung gegen die Vogelgrippe.
Viele Landwirtschaftsminister stimmten dem niederländischen Landwirtschaftsminister Henk Staghouwer zu, dass die Vogelgrippe immer häufiger auftaucht und sich über immer längere Zeiträume erstreckt. Nach Angaben einiger Experten handelt es sich bereits um die schwerste Epidemie seit vielen Jahren. Durch den Verlust des Freilandelabels verliert der Eierhandel und die Geflügelbranche Einkommen.
Minister Staghouwer wies darauf hin, dass das Aufheben der 16-Wochen-Frist keinerlei Auswirkungen auf das Tierwohl hätte. Einige Minister warnten jedoch vor der Gefahr, dass Verbraucher das Vertrauen in das Gütesiegel verlieren könnten, wenn die Tierschutzkriterien nicht eingehalten werden.
Agrarkommissar Janusz Wojciechowski erklärte, dass Kommissarin Kyriakides für die Marketingkriterien von Lebensmitteln zuständig sei und diese nicht einfach beiseitegeschoben werden könnten. Dafür sei zumindest eine wissenschaftliche Grundlage erforderlich. Einige Minister schlugen vor, dass eine Umgestaltung der Ställe eine neue Form von Freilandhaltung ermöglichen könnte, doch auch hierfür müssten die Marketingregeln angepasst werden.
Brüssel wird die Ergebnisse von zwei Impfversuchen nutzen, die Frankreich vor einigen Wochen begonnen hat. Das ist jedoch eine Maßnahme für die längere Frist.

