An Bord von zwei groĂen Viehtransportschiffen im Mittelmeer ist bei 2671 Rindern die Blauzungenkrankheit ausgebrochen. Die beiden Tiertransportschiffe liegen derzeit vor den HĂ€fen von Zypern und Sardinien vor Anker.
Die Schiffe waren auf dem Weg nach Libyen, doch wÀhrend des Transports auf See brach die Blauzungenkrankheit aus. Das spanische Landwirtschafts-, Fischerei- und ErnÀhrungsministerium erklÀrt, dass die Tiere das Land mit Gesundheitszertifikaten verlassen haben. Das Vieh stammt aus Gebieten, die frei von der Blauzungenkrankheit sind.
Der Ausbruch der Krankheit hat fĂŒr die Tiere fatale Folgen. Sowohl zypriotische als auch spanische Behörden greifen aus unterschiedlichen GrĂŒnden nicht ein. Tierschutzorganisationen befĂŒrchten, dass die noch lebenden Tiere an Bord eine wahre Qual durchleben.
Die 2671 KĂ€lber und KĂŒhe waren fĂŒr den Export in den Nahen Osten bestimmt, treiben jedoch seit Mitte Dezember auf den beiden Frachtschiffen Elbeik und Karim Allah umher.
Die Schiffe verlieĂen im Dezember spanische HĂ€fen, wurden jedoch bei der Ankunft in TĂŒrkei wegen Verdachts auf Blauzungenkrankheit abgewiesen. AnschlieĂend steuerten die Schiffe Libyen an, durften dort jedoch ebenfalls nicht anlegen und fuhren daraufhin zurĂŒck Richtung Europa.
Tierschutzaktivisten in mehreren LĂ€ndern fordern nun eine veterinĂ€rmedizinische ĂberprĂŒfung der kranken Tiere an Bord. Am Donnerstagmorgen wird ein Sonderausschuss des EuropĂ€ischen Parlaments ĂŒber die aktuellen EU-Vorschriften fĂŒr den Transport lebender Tiere ĂŒber lange Strecken innerhalb der EuropĂ€ischen Union debattieren. Sechs Experten sollen helfen, die derzeitigen Praktiken des Langstreckentransports lebender Tiere in der EU aufzudecken.
Die Partei fĂŒr die Tiere fordert in Dringlichkeitsfragen an die EuropĂ€ische Kommission, die Tiere so schnell wie möglich aus ihrem Leiden zu befreien und die Transportlizenz der beiden Schiffe zu widerrufen. Die Partei hat zudem erneut ein vollstĂ€ndiges Verbot der Ausfuhr lebender Tiere in LĂ€nder auĂerhalb der EuropĂ€ischen Union gefordert.
Die Europaabgeordnete Anja Hazekamp bezeichnet es als âunverstĂ€ndlichâ, dass es keinen Katastrophenplan fĂŒr Seetransporte gibt, die Wochen bis Monate dauern. âDies ist ein wahrer Martyrium fĂŒr die Tiere, die sich seit mehr als zwei Monaten an Bord der maroden und völlig ungeeigneten Schiffe befinden, und niemand greift ein.
Solange derartige barbarische Transporte nicht verboten sind, muss zumindest ein Katastrophenplan vorliegen, damit im Notfall eingegriffen werden kannâ, erklĂ€rt Hazekamp.
Die Europaabgeordnete weist darauf hin, dass dieses Ereignis kein Einzelfall ist. âDies ist die nĂ€chste Schiffs-Katastrophe, bei der groĂe Probleme auftreten und tausende Tiere bewusst in entsetzliche Situationen gebracht werden. Die EuropĂ€ische Kommission plant erst 2023 mit der VerschĂ€rfung der Regeln fĂŒr Tiertransporte zu beginnen. Wir können die Tiere nicht so lange ihrem Schicksal ĂŒberlassenâ, so Hazekamp.

