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Europäische EVP-Politiker fordern von der EU Maßnahmen gegen Corona in der Fleischindustrie

Iede de VriesIede de Vries

Zwei Europaabgeordnete der großen christdemokratischen EVP-Fraktion haben bei der Europäischen Kommission neue EU-Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus in der Fleischindustrie gefordert.

Auch der europäische Gewerkschaftsverband im Agrarsektor EFFAT hat in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht erneut die Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern in Schlachthöfen kritisiert.

Nach einer Reihe von Corona-Ausbrüchen in Fleischfabriken in der gesamten EU in den vergangenen Monaten verzeichnete das deutsche Fleischunternehmen Tönnies in Nordrhein-Westfalen diese Woche mehr als 1.500 Corona-Fälle, wobei mehr als zwei Drittel der Beschäftigten positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Infektionsrate in der Umgebung liegt nur bei 0,05 %, so Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament.

Liese erklärte gegenüber der Nachrichtenplattform Euractiv, dass es in Schlachthöfen verschiedene Umstände gibt, die diese Betriebe zu idealen Brutstätten für das Virus machen, insbesondere die kalten, trockenen Temperaturen in Verbindung mit schlechter Belüftung und Luftzirkulation. Er betonte, dass diese Bedingungen nicht auf Deutschland beschränkt seien, sondern in der gesamten EU üblich sind.

Infolgedessen forderte Liese, die Belüftungssysteme in Schlachthöfen so schnell wie möglich zu überprüfen, und unterstrich, dass verpflichtende Tests aller Beschäftigten in Schlachthöfen in der gesamten EU dringend notwendig seien, zusätzlich zu strengen Regeln für soziale Distanzierung.

Sein Fraktionskollege Dennis Radtke, sozialpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, wies ebenfalls auf die Notwendigkeit einer „Unternehmerverantwortung“ hin und forderte, die Eigentümer der Fleischbetriebe haftbar zu machen. Er erklärte, dass befristete Arbeitsverträge ein großes Problem darstellten.

„Die Tatsache, dass viele Beschäftigte nicht im eigentlichen Betrieb arbeiten, sondern für Subunternehmer und teilweise als Scheinselbstständige tätig sind, führt natürlich zu großen Problemen. Deshalb benötigen wir eine Unternehmerverantwortung des Auftraggebers, auch für das Tun und Lassen sogenannter Subunternehmer.“

Mehr als 65 Organisationen und Einzelpersonen aus den Bereichen Produktion, Veterinärwesen, Forschung und Wissenschaft haben kürzlich ebenfalls dazu aufgerufen, die Kettenhaftung in der Fleischindustrie gesetzlich festzuschreiben. Ihr Appell zu konkretem Handeln folgt auf die Veröffentlichung eines neuen Berichts dieser Woche von EFFAT, der Europäischen Föderation der Gewerkschaften für Lebensmittel, Landwirtschaft und Tourismus. Darin wird festgestellt, dass die „erbärmlichen Arbeits-, Beschäftigungs- und Wohnbedingungen Tausende Fleischarbeiter in vielen Ländern in ganz Europa betreffen“.

Die Studie, die die Auswirkungen des Coronavirus auf den Fleischsektor in verschiedenen europäischen Ländern beschreibt, fordert konkrete und dringende Maßnahmen auf nationaler und EU-Ebene. Der Generalsekretär von EFFAT, Kristjan Bragason, sagte, dass „Fleisch- und Agrarlebensmittelarbeiter während der Pandemie zu oft ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt haben, um die Lebensmittelversorgung aufrechtzuerhalten.“

Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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