Eine Gruppe von Europaabgeordneten reist nach Peking und Shanghai, um Gespräche mit Behörden und Unternehmen zu führen. Seit vielen Jahren gibt es Spannungen im Handelsbereich zwischen beiden Wirtschaftsblöcken, unter anderem wegen der großen Menge importierter chinesischer Elektroautos.
Der erneute Besuch bedeutet nicht, dass alle Spannungen beseitigt sind. Es bestehen weiter Bedenken hinsichtlich verschiedener politischer und wirtschaftlicher Fragen zwischen beiden Seiten. Trotzdem wird die Wiederaufnahme des Kontakts als Chance gesehen, Probleme direkt zu besprechen und ein besseres Verständnis für die Position des jeweils anderen zu erlangen.
Nachdem der US-Präsident Trump im letzten Jahr begonnen hat, zahlreiche neue Strafzölle auf den Import europäischer Produkte zu verhängen, bemühen sich die EU-Länder, ihre Handelsaktivitäten besser auf den Rest der Welt zu verteilen. Deshalb haben sie inzwischen neue Handelsabkommen mit Australien, Indien und Südamerika abgeschlossen.
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Unabhängiger
Da die EU-Länder für ihre eigene Wirtschaft weniger abhängig von Importen sein wollen, versuchen sie auch, die Position ihrer eigenen Wirtschaft zu stärken. Durch verstärkte Zusammenarbeit mit europäischen Unternehmen hoffen sie, weniger von chinesischen oder amerikanischen Produkten abhängig zu sein.
Die europäische Delegation möchte unter anderem über das schnelle Wachstum des Online-Handels zwischen China und Europa sprechen. Dabei liegt das Augenmerk auf der Qualität der chinesischen Produkte, die den europäischen Markt erreichen. Lange nicht alle chinesischen Produkte erfüllen die europäischen Kriterien für Umwelt und Nachhaltigkeit.
Ein wichtiger Punkt ist, dass die europäischen Vorschriften für Produktsicherheit eingehalten werden müssen. Es besteht Sorge, dass Waren nicht immer diesen Standards entsprechen, wenn sie über Internet-Plattformen verkauft und direkt an europäische Kunden geliefert werden.
Millionen Postpakete
Auch die große Menge an Paketen, die täglich nach Europa gelangen, spielt eine Rolle. Dieser Zustrom erschwert es den Zollbehörden, alles bei der Einfuhr gründlich zu kontrollieren. Die EU würde es begrüßen, wenn chinesische Onlineshops in der EU eigene Vertriebszentren in Betrieb nehmen würden.
Europa arbeitet inzwischen an Maßnahmen, um den Zustrom der Millionen chinesischer Postpakete besser zu regulieren. Dabei werden zusätzliche Abgaben, strengere Kontrollen und mögliche Bußgelder bei Verstößen geprüft. Die EU hat mittlerweile beschlossen, eine zusätzliche Einfuhrabgabe von zwei Euro pro Postpaket einzuführen.
Die Delegation möchte auch über das schnelle Wachstum dieses Online-Handels zwischen China und Europa sprechen. Dabei liegt der Fokus darauf, wie Produkte den europäischen Markt erreichen und unter welchen Bedingungen. Die Gespräche betreffen zudem Unternehmen, die auf dem europäischen Markt tätig sind.

