Der Sacharow-Preis 2025 für Freiheit des Denkens wurde an Andrzej Poczobut aus Weißrussland und Mzia Amaghlobeli aus Georgien verliehen. Beide sitzen wegen ihrer Arbeit und ihrer offenen Kritik an autoritären Regierungen im Gefängnis. Das Europäische Parlament lobte ihre Entschlossenheit, trotz starker Repressionen weiter zu sprechen.
Poczobut, Journalist und Aktivist der polnischen Minderheit in Weißrussland, wurde 2021 nach Berichten über die Massenproteste gegen Präsident Lukaschenko festgenommen. Menschenrechtsorganisationen zufolge befindet er sich unter harten Bedingungen in einer Strafkolonie und erhält unzureichende medizinische Versorgung.
Die georgische Journalistin Mzia Amaghlobeli wurde 2025 zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil sie an regierungskritischen Protesten teilgenommen hatte. Dem Europäischen Parlament zufolge ist ihre Verurteilung politisch motiviert und Teil der umfassenderen Repression der Regierungspartei Georgischer Traum gegen unabhängige Medien und Opposition.
Bei der Preisverleihung erklärte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, dass die beiden Journalisten „ein Leuchtturm für alle sind, die sich weigern, zum Schweigen gebracht zu werden.“ In Entschließungen forderte das Europäische Parlament ihre sofortige Freilassung und Sanktionen gegen die verantwortlichen Machthaber in beiden Ländern.
Die zweite Auszeichnung, der Daphne Caruana Galizia-Preis für Journalismus 2025, ging an die Rechercheplattform Follow the Money. Das Kollektiv wurde für die Aufdeckung eines internationalen Netzwerks ausgezeichnet, das Russland hilft, seinen Öl-Export trotz europäischer Sanktionen fortzusetzen.
Die preisgekrönte Recherche zeigte auf, wie westliche Reedereien durch den Verkauf alter Öltanker an die russische Schattenflotte Milliarden verdienten. Über komplexe Eigentumsstrukturen wurde der Handel oft ohne Versicherung fortgeführt, mit großen Risiken und moralischer Verstrickung europäischer Unternehmen.
Bei der Preisverleihung in Straßburg sagte Metsola, der Daphne Caruana Galizia-Preis unterstreiche „die untrennbare Verbindung zwischen freier Presse, Demokratie und Frieden“. Sie warnte, dass die Pressefreiheit in Europa nicht als selbstverständlich betrachtet werden darf und weiterhin verteidigt werden müsse.
Im selben Plenum sprachen die belarussischen Oppositionsführer Sviatlana Tsikhanouskaya und Sergey Tihanovski zum Europäischen Parlament. Sie forderten die EU auf, den Druck auf das Regime in Minsk zu erhöhen und betonten, dass der Freiheitskampf in Belarus untrennbar mit dem in der Ukraine verbunden ist.

