Der CDU-Politiker aus Deutschland sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA), dass das Problem nicht gelöst, sondern lediglich weiter innerhalb der EU verschoben werde. Seiner Ansicht nach müsse darüber nachgedacht werden, wie speziell entwickelte Handelsrouten zwischen Ukraine und den EU-Ländern verbessert werden könnten.
Im Streit um günstiges Getreide aus der Ukraine hat die Europäische Kommission die Einfuhr von vier ukrainischen Produkten eingeschränkt. Weizen, Mais, Raps und Sonnenblumen dürfen bis zum 5. Juni in Bulgarien, Polen, Ungarn, Rumänien und der Slowakei nicht mehr frei gehandelt werden. Es ist jedoch weiterhin möglich, dass diese Produkte von den betroffenen Ländern in andere EU-Staaten gebracht werden.
Anfang Juni muss die EU eine Entscheidung darüber treffen, ob die Befreiung von Einfuhrzöllen und Quoten verlängert wird, die kurz nach Ausbruch des russischen Kriegs der Ukraine gewährt wurden. Damals wurden auch die sogenannten Solidaritätskorridore eingeführt, um den Export ukrainischer Agrarprodukte über Land durch polnische und rumänische Häfen zu ermöglichen. So sollte die russische Blockade der Schwarzmeerhäfen umgangen werden.
In der Praxis zeigte sich jedoch, dass der organisierte Schienentransport über diese Routen äußerst langsam verlief, während Lastwagen mit Getreide (dank der Befreiung) nahezu ungehindert in die EU (vor allem Polen und Rumänien) einfahren konnten. Infolgedessen entstand vor Ort ein lebhafter Handel mit „günstigem“ ukrainischen Getreide, und die Märkte der unmittelbaren Nachbarländer brachen ein.
Die Blockade der Einfuhr aus der Ukraine würde nicht nur der Ukraine Schaden zufügen, sondern auch viel Leid im Nahen Osten und in Afrika verursachen, sagte Finanzminister Serhiy Marchenko am Samstag während einer Zusammenkunft der EU-Finanzminister in Stockholm.
Ende dieser Woche beraten die Verteidigungsminister der Türkei, Russlands und der Ukraine, um über eine Verlängerung des international unterstützten Schwarzes-Meer-Transports zu verhandeln. Die aktuellen Vereinbarungen laufen am 15. Mai aus. Russland ist wenig geneigt, diese zu verlängern, da die westlichen Sanktionen gegen das Land nicht gelockert werden.

