Der politische Druck auf die irische Regierung wächst aufgrund des Exports von Aluminiumoxid aus der Fabrik Aughinish nach Russland. Ukrainische Diplomaten, Europaabgeordnete und irische Oppositionspolitiker fordern Aufklärung und schnellere Untersuchungen.
Rohstoff
Die Fabrik im County Limerick ist bereits seit längerem umstritten. Aughinish wird als die größte Aluminiumoxid-Raffinerie Europas beschrieben und exportiert einen bedeutenden Teil ihrer Produktion nach Russland. Aluminiumoxid wird zu Aluminium verarbeitet, einem Rohstoff, der sowohl in zivilen als auch militärischen Anwendungen verwendet wird.
Aughinish
Die Diskussion gewann neue Aufmerksamkeit durch eine Untersuchung der Irish Times und des Organized Crime and Corruption Reporting Project. Laut dieser Untersuchung wird der Rohstoff aus Aughinish an russische Schmelzereien geliefert. Das dort hergestellte Aluminium gelangt dann über einen russischen Händler zu Dutzenden russischer Militärproduzenten.
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Befürworter strengerer Maßnahmen argumentieren, dass damit eine direkte Verbindung zwischen dem Export aus Irland und der russischen Militärindustrie hergestellt wurde. Ihrer Ansicht nach liefert dies den Beweis, der jahrelang im Debattendefizit über mögliche Sanktionen fehlte. Die Oppositionspartei Sinn Féin fordert, dass die Regierung einen klaren Zeitplan für die Untersuchung vorlegt und schnell feststellt, ob Produkte aus Irland indirekt zu den russischen Kriegseinsätzen beitragen.
Irische Untersuchung
Die irische Regierung hält jedoch an ihrer Position fest, dass nicht gesichert ist, dass Aluminiumoxid aus Aughinish tatsächlich für die Produktion russischer Waffen verwendet wird. Aus diesem Grund hat das Wirtschaftsministerium eine Untersuchung der Exportflüsse und der endgültigen Bestimmung des Materials eingeleitet.
Auch die ukrainische Botschaft in Irland äußerte ihre Besorgnis. In einer Erklärung wies sie auf einen starken Anstieg der Exporte nach Russland seit 2021 hin und stellte fest, dass Aluminium in verschiedenen russischen Waffensystemen eingesetzt wird. Die Botschaft bezeichnete die Entwicklung als Anlass zu ernster Sorge.
Export
Innerhalb der Europäischen Union entstand ebenfalls eine Diskussion. Europaabgeordnete haben dazu aufgerufen, den Export von Aluminiumoxid nach Russland zu unterbinden. Dennoch wurde Aughinish letztlich nicht in das jüngste europäische Sanktionspaket aufgenommen. Die irische Regierung warnte, dass Maßnahmen erhebliche Auswirkungen auf Beschäftigung und industrielle Aktivitäten haben könnten.
Rusal
Die Fabrik befindet sich im Eigentum von Rusal, einem russischen Aluminium-Konzern, der 2007 Eigentümer von Aughinish wurde. Dabei steht auch die Rolle des Gründers Oleg Deripaska weiterhin im Fokus. Aktuelle Berichte verwiesen auf eine vertrauliche Untersuchung der schwedischen Steuerbehörde zu Aktivitäten von Rusal in Schweden und angebliche Verstöße gegen internationale Sanktionen gegen Russland.

