Die chinesischen Importe landwirtschaftlicher Produkte sind im Monat Oktober auf 11,6 Milliarden Euro gestiegen, 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit belaufen sich Chinas Ausgaben für landwirtschaftliche Importe in diesem Jahr auf ein Rekordniveau von 115,54 Milliarden Euro; das sind 14,3 Milliarden Euro oder 14 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Sojabohnen sind bislang der wertmäßig wichtigste Importartikel geblieben. Die wachsende Tierpopulation, vor allem bei Schweinen, ist wahrscheinlich der Hauptgrund für die höheren Sojakäufe durch China. Fleisch steht an zweiter Stelle der wichtigsten Importgüter.
Die Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sorgten dafür, dass die Einfuhr von Schweinefleisch, einschließlich Nebenprodukten, in den ersten zehn Monaten dieses Jahres um 69 % auf 8,17 Millionen Tonnen stieg.
Unterdessen versucht der große chinesische Schweineproduzent Muyuan Foods, mehr Schweine an einem Standort zu halten als jedes andere Unternehmen weltweit. Muyuans neue Megafarm nahe Nanyang, die letztlich 84.000 Sauen und Ferkel beherbergen wird, ist mit Abstand die größte der Welt und etwa zehnmal so groß wie ein typischer Betrieb in den Vereinigten Staaten.
Das chinesische Unternehmen strebt eine Produktion von etwa 2,1 Millionen Schweinen pro Jahr an. Reuters berichtet, dass die neue Farm, die innerhalb eines halben Jahres errichtet wurde, mehrere kleine, traditionelle Betriebe ersetzt.
Viele „kleine“ Schweinefarmen wurden im vergangenen Jahr durch die Schweinepest ausgelöscht, woraufhin die chinesischen Behörden eine umfangreiche Aufholjagd gestartet haben. Dabei werden nun mit ausländischer Expertise große, neue Zuchtbetriebe errichtet. Diese Entwicklung, die sich über Jahre hingezogen hatte, wurde nun stark beschleunigt.
Unternehmen wie Muyuan entwickeln jetzt vollständig automatisierte Farmen mit höherer Besatzdichte und können die Effizienz steigern, um der enormen Nachfrage nach Schweinefleisch gerecht zu werden.
Wenn alles wie geplant funktioniert – und andere chinesische Produzenten folgen – könnte China die derzeitigen Einkäufe auf dem Weltmarkt andernorts reduzieren. In diesem Fall könnte der „Großkunde“ China in vielen fleischexportierenden Ländern wegfallen.

