Ein in China entwickelter Impfstoff gegen Afrikanische Schweinepest (ASP) scheint gute Fortschritte zu machen und geht nun in die Phase weiterer klinischer Studien und Produktionsuntersuchungen.
Das chinesische Landwirtschaftsministerium berichtete letzte Woche, dass Wissenschaftler des Harbin Veterinary Research Institute der Chinese Academy of Agricultural Sciences (CAAS) erfolgreiche Versuche an Mastküken und Sauen durchgeführt haben.
Tausende Versuchstiere wurden mit dem Zehn- bis Hundertfachen der Immunisierungsdosis geimpft. Der Direktor des Harbin-Instituts, Bu Zhigao, teilte mit, dass die Ferkel danach mindestens 20 Wochen normal wuchsen und die Sauen eine normale Tragzeit ohne Fehlgeburten hatten.
Bei einem weiteren Impfversuch mit 3.000 Mastschweinen an drei Standorten in den Provinzen Heilongjiang, Henan und Xinjiang traten ebenfalls keine Auffälligkeiten auf. Die Tiere waren in guter Wachstumsverfassung, zeigten keine klinischen Nebenwirkungen und es gab keine Infektionen unter den immunisierten Schweinen.
Bei der Verabreichung verschiedener hochdosierter ASP-Erreger lag der Schutzgrad laut Tang bei mindestens 80 %. Nach Angaben des Ministeriums wollen die Forscher die Studie nun beschleunigen, um die erforderliche Sicherheitsbescheinigung und Registrierung für den Impfstoff zu erhalten.
Auch an anderen Universitäten und Laboratorien in vielen weiteren Ländern wird versucht, einen Impfstoff gegen Afrikanische Schweinepest zu entwickeln. Auch dort werden regelmäßig „Fortschritte“ gemeldet, doch bis zu einem Durchbruch oder einem wirklich wirksamen Mittel ist es bisher nicht gekommen.
Das chinesische Landwirtschaftsministerium kündigte letzte Woche zudem an, dass der Schweinebestand in China weiter wächst. Im Juli stieg die Anzahl der Tiere zum sechsten Mal in Folge und lag mit 4,8 % über dem Niveau des Vormonats. Zum ersten Mal seit April 2018 war der Bestand erneut größer als im gleichen Monat des Vorjahres, und zwar um 13,1 %. "Dies ist ein wichtiger Wendepunkt bei der Erholung der Schweineproduktionskapazität", betont die Landwirtschaftsabteilung.
In allen 31 chinesischen Provinzen gab es im Juli im Vergleich zum Vormonat einen Bevölkerungszuwachs. Die jüngsten Überschwemmungen hatten kaum Einfluss auf die Wiederbelebung der Schweineproduktion, könnten aber das Risiko der Ausbreitung von Tierkrankheiten erhöhen, so das Ministerium.
Das Ministerium machte keine absoluten Zahlen bekannt. Die wachsende Anzahl der Tiere in China scheint auch dafür zu sorgen, dass die Futtermittelproduktion wieder anspringt. Laut dem nationalen Verband der Tierfuttermittelindustrie betrug die kommerzielle Produktion im Juli 21,9 Millionen Tonnen, 16,0 % mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 7,01 Millionen Tonnen auf Schweinefutter; das waren 36,8 % mehr als im Juli 2019.

