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Der russische MH17-Verdächtige will auch andere russische Zeugen anhören

Iede de VriesIede de Vries

Das Gericht in Den Haag hat den Anträgen der Anwälte des russischen MH17-Verdächtigen Oleg Poelatov zugestimmt, auch andere Zeugen und Sachverständige zu hören. Dies soll in den kommenden Monaten erfolgen, damit das Hauptverfahren gegen die vier Beschuldigten im Februar beginnen kann.

Die Anwälte Poelatovs hatten fast dreihundert Ermittlungsgesuche gestellt. Diese betrafen unter anderem die Frage, ob das malaysische Flugzeug 2014 tatsächlich durch eine Buk-Rakete abgeschossen wurde.

Außerdem wollten sie noch untersuchen lassen, ob die Rakete von einem landwirtschaftlichen Feld in Ost-Ukraine abgefeuert wurde und ob der Beschuldigte Poelatov an dem Abschuss der MH17 beteiligt war. Bislang wird ihm unter anderem vorgeworfen, beim Transport der Rakete von Russland in das ukrainische Rebellengebiet mitgewirkt zu haben.

Das Gericht stimmt zu, dass einige von der Verteidigung vorgeschlagene Zeugen gehört werden dürfen. Darunter befindet sich auch der Kommandant der russischen 53. Brigade in Kursk, der Militäreinheit, die über Buk-Raketen verfügt.

Diese Zeugen zu befragen, hatte die niederländische Staatsanwaltschaft bereits versucht, der Antrag wurde jedoch von Russland abgelehnt. Da der Antrag nun von den Anwälten des russischen Verdächtigen gestellt wird, sieht das Gericht die Lage möglicherweise anders.

Auch der Mitbeschuldigte Sergej Dubinski darf zum Verhör geladen werden, unter anderem zu abgehörten Telefongesprächen über den Abschuss des Fluges MH17. Ein linguistischer Sachverständiger soll klären, ob Poelatov in den Gesprächen zu hören ist.

Poelatov ist bereit, Fragen des Gerichts schriftlich zu beantworten, das Gericht möchte ihn jedoch persönlich im Gerichtssaal vernehmen.

Viele weitere Ermittlungsgesuche wurden abgelehnt. So wird nicht weiter hinsichtlich der angeblichen Anwesenheit von Kampfjets ermittelt. Das Gericht ist der Ansicht, dass das internationale Ermittlungsteam Joint Investigation Team dies bereits ausreichend untersucht hat.

Die Staatsanwaltschaft (OM) verdächtigt drei Russen und einen Ukrainer der Beteiligung an der Katastrophe. Abgesehen von Poelatov haben keine der Verdächtigen – Igor Girkin, Sergey Dubinski und Leonid Kharchenko – vor Gericht Stellung genommen.

Bei dem Unglück mit dem Malaysia-Airlines-Flugzeug im Juli 2014 kamen alle 398 Insassen ums Leben. Darunter waren fast zweihundert Niederländer.

Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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