Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Destatis wurden im vergangenen Jahr insgesamt 48,7 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 693,3 Millionen Hühner, Puten und Enten in deutschen Schlachthöfen getötet.
Der leichte Anstieg in der Fleischproduktion betrifft vor allem Schweinefleisch, Rindfleisch und Geflügel. Angaben zu Import und Export wurden nicht gemacht. Trotz des Anstiegs ist die Produktion in Deutschland noch lange nicht auf ihrem Höhepunkt. Im Jahr 2016 wurden 8,4 Millionen Tonnen Fleisch produziert.
Obwohl die Fleischproduktion gestiegen ist, betonen Experten, dass dies nicht unbedingt auf einen nachhaltigen Trend hinweist. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Qualität weiter steigen wird, die gesamte Fleischkonsumation jedoch nicht signifikant zunehmen wird.
Steffen Reiter, Leiter der deutschen Fleischindustrie, sieht diese Entwicklung dennoch als Wendepunkt. Er sagt, dass Verbraucher wieder häufiger Fleisch wählen und führt dies auf Verbesserungen in der Branche zurück.
Marktforscher beobachten zudem Veränderungen im Konsumverhalten. Der starke Trend zu Veganismus und Vegetarismus scheint an Fahrt verloren zu haben, sogar unter Jugendlichen.
Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass fast 60 Prozent der Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten genauso viel Fleisch und Wurst gegessen haben wie im Jahr zuvor. Etwa 26 Prozent gaben an, weniger Fleisch zu konsumieren, während nur 4 Prozent mehr verzehrt haben.
Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Ältere Menschen geben häufiger an, ihren Fleischkonsum reduziert zu haben, während Jugendliche dagegen einen überdurchschnittlichen Anstieg im Konsum zeigen.

