Deutschland wird beschleunigt auf mehr erneuerbare Energien umstellen, um weniger abhängig von fossilen Brennstoffen wie Kohle und Braunkohle oder von russischem Öl und Gas zu sein.
Innerhalb von zehn Jahren soll die Produktion von erneuerbarer Wind- und Solarenergie verdoppelt werden, und in zwanzig Jahren sollen Offshore-Windparks zehnmal so viel Strom liefern.
Im sogenannten „Osterpaket“, das Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch vorstellte, wird auch vorgeschlagen, die Produktion von Biogas deutlich auszuweiten. Deutschland schließt sich damit dem „Energiepaket“ an, das EU-Kommissar Frans Timmermans im vergangenen Monat als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine präsentierte.
Die Pläne bilden einen Kompromiss in der manchmal kontroversen Debatte über Biomasse als erneuerbare Energiequelle. Befürworter sagen, die Produktion von Biogas müsse erhöht werden, um weniger abhängig von russischem Gas zu sein.
Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) unterstützt den Ausbau der Bioenergie, findet die neuen deutschen Pläne jedoch noch nicht weitreichend genug. Trotz der Anstrengungen fehle weiterhin die finanzielle Perspektive für den Betrieb von Biogasanlagen, so der DBV.
Aus der Sicht der Kritiker von Bioenergie sollte das gesamte verfügbare Ackerland vor allem für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden und nicht für die Produktion von Viehfutter oder Agrartreibstoffen. Ein ähnlicher Vorschlag wird derzeit auch auf EU-Ebene diskutiert.
Überall dort, wo die Nutzung von Biogas ohne zusätzlichen Flächenverbrauch möglich ist, etwa durch Verwendung von Reststoffen, die ohnehin anfallen, ist das nach Expertenmeinung relativ unproblematisch.
Neben Energiefragen trägt das Osterpaket laut Landwirtschaftsminister Cem Özdemir auch dazu bei, ländliche Gebiete zu erhalten und agrarische Einkommen zu stärken. Er sieht Möglichkeiten für Solaranlagen und photovoltaische Systeme auf Ackerland.
Darüber ist der Deutsche Bauernverband DBV weniger optimistisch. Photovoltaische Energie sollte laut dem Verband „vor allem auf Dächern erfolgen, um landwirtschaftliche Flächen möglichst zu schützen“.

