Der US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack hat weltweite Lieferanten von Kunstdünger davor gewarnt, die Preise unnötig in die Höhe zu treiben. Er mahnte den internationalen Kunstdüngerhandel, nicht zu versuchen, von dem Handelschaos durch die russische Invasion in Ukraine zu profitieren.
Auch die amerikanischen Landwirte leiden bereits unter den aktuell hohen Kunstdüngerkosten. Vilsack erklärte, dass Störungen in der Versorgung oder Preisspitzen im Ausland zu noch höherem Preisanstieg führen könnten. Russland ist ein wichtiger Produzent und Exporteur von Harnstoff-Ammoniumnitrat (UAN), einem weit verbreiteten Dünger, auf den auch viele US-Maisbauern angewiesen sind.
Vilsack sagte dies während des jährlichen Agricultural Outlook Forum des USDA. Er erklärte weiter, dass er sicherstellen wolle, dass Kunstdüngerunternehmen „diese Situation nicht als Vorwand nutzen, um etwas zu tun, das nicht durch Angebot und Nachfrage gerechtfertigt ist.“
Neben der Sorge um Preissteigerungen könnten auch Folgen für den Getreide- und Kunstdüngerhandel entstehen. Die Invasion Russlands in der Ukraine kann weltweite wirtschaftliche und handelsbezogene Auswirkungen haben. Zusammen sind beide Länder für fast ein Viertel der weltweiten Getreideexporte verantwortlich.
Die Kosten für UAN aus Russland sind für amerikanische Landwirte bereits aufgrund der kürzlich erhöhten Einfuhrzölle des US-Handelsministeriums gestiegen. Dieses hat kürzlich entschieden, dass Russland (und Trinidad und Tobago) die Ausfuhr von UAN in die USA unrechtmäßig subventioniert.
Damit wurde der Weg für Antidumpingzölle frei gemacht. Die Biden-Regierung plant zudem, im April Sanktionen gegen den Export von Kali-Dünger zweier großer Staatsunternehmen aus Weißrussland zu verhängen.

