Die Qualität des Oberflächenwassers in flämischen Agrargebieten verbessert sich nicht, sondern verschlechtert sich weiterhin. Und durch Überdüngung nimmt die Nitratbelastung nicht ab, sondern zu. Auch in Nordbrabant sind zusätzliche Maßnahmen notwendig.
Belgien erfüllt seit einigen Jahren nicht die EU-Kriterien zur Wasserbelastung, wie der neue Mestrapport 2020 der Vlaamse Landmaatschappij (VLM) zeigt. Zudem werden die EU-Regeln gegen Bodenerosion in den nächsten Jahren weiter verschärft.
Dass das Wasser in Flandern stärker belastet ist, liegt daran, dass ausgebrachter Mist nicht vollständig von den Pflanzen aufgenommen wird und letztlich ins Grabenwasser gelangt. In den letzten Jahren war an fast einem Viertel der Messstellen in flämischen Fließgewässern der Nitratgehalt zu hoch.
Aus dem Bericht geht hervor, dass die Einhaltung der Düngeregeln verbessert werden muss. In Belgien gilt ein Verbot der Düngung von Streifen entlang von Gräben, Bächen und Wasserläufen. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 380 landwirtschaftliche Betriebe kontrolliert, wobei in über der Hälfte Bußgelder oder Sanktionen verhängt wurden.
Die Überwachung der Düngung in der pflanzfreien Zone entlang von Wasserläufen führte zwar zu weniger Verstößen als im Vorjahr, doch sind die Verstöße immer noch zu hoch.
Dass die Zahlen nun in die falsche Richtung gehen, macht es dem belgischen Agrarsektor nicht leichter. „Das sind schlechte Ergebnisse“, sagt Vanessa Saenens, Sprecherin des Boerenbond, gegenüber dem flämischen Sender VRT. „Das ist schade, denn die Branche möchte mitarbeiten.“
Die trockenen Wetterbedingungen der vergangenen Jahre haben zweifellos die Wasserqualität beeinflusst. Die VLM betont jedoch, dass jeder Landwirt selbst dafür verantwortlich ist, die Düngung klug und richtig durchzuführen. Im nächsten Jahr wird es einen Kurs für belgische Landwirte geben, wie sie mit Düngung am Wasserrand umgehen sollen.
In der benachbarten niederländischen Provinz Nordbrabant besuchen Berater der ZLTO Viehhalter, um kostenlos einen Hof-Scan gegen Abspülung zu erstellen. Zudem erstellen die Gemeinden, Wasserverbände und die Provinzverwaltung Brabants einen UVP-Bericht über saubere und geeignete Gebiete für die Mistverarbeitung.
Die schlechten Nitratwerte kommen für den flämischen Agrarsektor zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Diese Woche diskutieren die EU-Länder die Klimapolitik auf einem europäischen Gipfel. Belgien hat dazu noch keine Position eingenommen, da die Regionalregierung von Flandern die CO2-Reduzierung ablehnt.
In der flämischen Regierung kursieren Berechnungen, die darauf hinauslaufen, dass flämische Bauern alle EU-Klimaregeln nur erfüllen können, wenn sie ihren Viehbestand um 40 Prozent reduzieren.

