Die größte Gewerkschaft der amerikanischen Fleischverpacker wehrt sich gegen die erzwungene Wiedereröffnung von Schlachthöfen und Fabriken, da die Regierung Trump die Sicherheit der Arbeitnehmer noch nicht gewährleisten kann. Die Gewerkschaft fordert, dass die Bundesregierung die Schlachthöfe und Fleischfabriken verpflichten muss, ‚sicheres Arbeiten‘ mit Mundschutz und Abstand einzuhalten.
Bisher sind laut United Food and Commercial Workers International Union (UFCW), die mehr als 250.000 Beschäftigte in der Fleischverpackungs- und Lebensmittelverarbeitungsbranche vertritt, mehrere Dutzend Fabrikarbeiter an Corona gestorben und mehr als 10.000 wurden infiziert.
In den vergangenen Wochen erschienen in den amerikanischen Medien Artikel und Fotoreportagen über die Arbeitsbedingungen ‚am Fließband‘ in der Fleischindustrie. Die Pandemie führte bereits dazu, dass in den vergangenen zwei Monaten mindestens 30 Fleischverarbeitungsbetriebe vorübergehend wegen Personalmangels durch Krankheit und Fehlzeiten geschlossen wurden.
Dies führte zu einem Rückgang der Produktionskapazität bei Schweinefleisch um 40 % und bei Rindfleisch um 25 %. Am Donnerstag blieb etwa 35 % der amerikanischen Schlachtkapazität für Schweine weiterhin inaktiv, sagte Steve Meyer, Ökonom bei Kerns and Associates. Er schätzte, dass am Freitag etwa 32 % bis 33 % inaktiv waren.
Präsident Donald Trump verpflichtete Ende April die Fleischfabriken, geöffnet zu bleiben, nachdem Unternehmen vor Fleischknappheit in den Vereinigten Staaten gewarnt hatten. Die Gewerkschaft UFCW hatte zuvor erklärt, dass mehr Schutzausrüstung und Tests notwendig seien, um die Fabriken wieder öffnen zu können.
Am Freitag teilte das US-Landwirtschaftsministerium mit, dass 14 der geschlossenen Fabriken diese Woche wieder geöffnet werden. Landwirtschaftsminister Sonny Perdue begrüßte die angekündigte Wiedereröffnung, doch die Gewerkschaft bezeichnet diese als riskanten Schritt, der amerikanische Leben gefährden und die langfristige Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln bedrohen könnte.
Zu den 14 Fabriken, die wieder öffnen sollen, gehören ein Schlachtbetrieb von Smithfield Foods Inc. in Sioux Falls, South Dakota, und ein weiterer in Waterloo, Iowa, von dem Tyson Foods zu Wochenbeginn angekündigt hatte, dass eingeschränkte Aktivitäten wieder aufgenommen werden. Das Landwirtschaftsministerium erklärte außerdem, dass die Fleischfabriken von JBS USA in Minnesota und Wisconsin sowie sechs weitere Tyson-Fabriken wieder geöffnet werden.

